VORZUGSVARIANTE S 11: BÜRGERWÜNSCHE FLIESSEN IN DIE PLANUNG EIN

Im Frühjahr 2018 hatten Bürger Gelegenheit, Fragen zur Planung des S 11-Ausbaus zu stellen, die Pläne zu diskutieren und Wünsche einzureichen. Viele Menschen nutzten die Chance: Im Online-Dialog gingen mehr als 300 Rückmeldungen ein und mehr als 600 Besucher kamen zu den beiden Infomessen in Köln und Bergisch Gladbach. Seither haben die Planungsexperten die Anregungen der Bürger gesichtet, die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abgewogen und die technische und finanzielle Machbarkeit geprüft.

Mittlerweile liegen zu den meisten Punkten die Ergebnisse vor und die Planung wurde entsprechend angepasst. Dieser neue, auf den Bürgerwünschen basierende Planungsstand wird „Vorzugsvariante“ genannt. Die Vorzugsvariante ist kein unveränderlicher Planungsstand, sondern eine Momentaufnahme, die weiter ergänzt und verfeinert wird, zum Beispiel mit den Ergebnissen von Studien und Detailuntersuchungen, die derzeit noch nicht abgeschlossen sind.

Angesichts der Vielzahl an Wünschen beschränkt sich die Übersicht auf zentrale Themen, die von mehreren Bürgern geäußert wurden.

Umsetzung Bürgerwünsche Köln HbfUmsetzung Bürgerwünsche Köln Messe/DeutzUmsetzung Bürgerwünsche Köln-Kalk WestUmsetzung Bürgerwünsche Köln-BuchforstUmsetzung Bürgerwünsche Köln-HolweideUmsetzung Bürgerwünsche ThielenbruchUmsetzung Bürgerwünsche Köln-DellbrückUmsetzung Bürgerwünsche DuckterathUmsetzung Bürgerwünsche Bergisch Gladbach

Der aktuelle Planungsstand

Die Vorplanung zum Ausbau der S 11 für einen 10-Minuten-Takt ist mittlerweile abgeschlossen. Grundlage für die weiteren Planungen ist die Vorzugsvariante. Im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung sind die Anregungen von Bürgern so weit wie möglich in die Vorzugsvariante eingeflossen. In der jetzt laufenden Phase der Entwurfsplanung arbeiten die Fachleute die Pläne weiter aus. Zentrale Elemente des Projekts sind:

  • der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach
  • der barrierefreie Aus- und Neubau aller Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch-Gladbach
  • der Bau zusätzlicher Bahnsteige in Köln Messe/Deutz und am Hauptbahnhof
  • der Bau der neuen Station Köln-Kalk West, um das Stadtquartier zu erschließen, das dort derzeit entsteht

Köln Hansaring

Ein Ausbau des Haltepunktes ist im Rahmen des Ausbaus der S 11 nicht vorgesehen.

Köln Hauptbahnhof

In Köln Hbf ist der Bau eines zusätzlichen S-Bahnsteigs mit zwei Gleisen vorgesehen. Somit können künftig zeitgleich zwei S-Bahnen in jede Richtung in den Hauptbahnhof einfahren.

Am Kölner Hauptbahnhof ist der Bau eines zusätzlichen S-Bahnsteigs am Breslauer Platz vorgesehen. Der 215 Meter lange Mittelbahnsteig wird 96 Zentimeter hoch und ermöglicht damit Mobilitätseingeschränkten einen barrierefreien Einstieg in die S-Bahnen. Über die beiden bestehenden Fußgängerpassagen des Hauptbahnhofs (Passage A und B) können Pendler und Reisende den neuen Bahnsteig barrierefrei mit Rolltreppen und Aufzügen erreichen.

Künftig werden an den S-Bahn-Gleisen 12 und 13 des neuen Bahnsteigs ausschließlich Züge in Richtung Köln Hansaring abfahren – die vorhandenen S-Bahngleise 10 und 11 werden dann nur von Zügen in Richtung Messe/Deutz angefahren. Somit können in jede Fahrtrichtung zeitgleich zwei S-Bahnen am Hauptbahnhof halten, was zum einen den Fahrgastwechsel deutlich beschleunigt und zum anderen die heute noch häufig auftretenden Wartezeiten auf der Hohenzollernbrücke deutlich reduziert. Direkt am Brückenkopf der Hohenzollernbrücke kann eine bereits vorhandene Stützkonstruktion für die neuen Gleise genutzt werden.

a) Bürgerwunsch: Radverbindung von Deutz über die Hohenzollernbrücke und den Hauptbahnhof in die Innenstadt
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Die Stadt Köln ist hier zuständig. Sie hat die Planung für eine Rampe auf der Nordseite zum Breslauer Platz angestoßen und entwickelt mögliche Varianten. Um eine gute Lösung entlang dieser wichtigen Strecke für den Radverkehr zu erzielen, setzen die Projektpartner die enge Abstimmung mit der Stadt fort.

b) Bürgerwunsch: Bessere Erschließung der Bahnsteige im Hauptbahnhof
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Viele Anregungen zur Gestaltung der Bahnsteige der S-Bahn im Hauptbahnhof, zu Treppenaufgängen, Aufzügen und zum Leitsystem für Fahrgäste waren bereits Bestandteil der Vorplanung. Darüber hinaus wurde eine Brücke innerhalb der Bahnhofshalle angeregt, um die Bahnsteige besser miteinander zu verbinden. Diese Idee kann im Rahmen des Projektes S 11 nicht realisiert werden, weil sie den Projektumfang weit übersteigt.

Hohenzollernbrücke

Die S-Bahn-Stammstrecke entlang Köln Hbf und Köln Messe/Deutz wird ausgebaut und mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet, um eine schnelle Zugfolge zu ermöglichen.

Um eine schnellere Zugfolge (zukünftig Zweieinhalb-Minuten-Takt) zu ermöglichen, ist ein Ausbau der Hohenzollernbrücke nicht erforderlich. Erweitert werden lediglich der Hauptbahnhof Köln und der Bahnhof Köln Messe/Deutz durch jeweils zwei zusätzliche Gleise. Die S-Bahn-Stammstrecke wird mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgerüstet. Belegte Gleise am Hauptbahnhof und im Bahnhof Köln Messe/Deutz sind heute noch der Grund für die häufigen Wartezeiten auf der Brücke. Künftig wird der Betrieb auf der Hohenzollernbrücke wesentlich zuverlässiger und flüssiger laufen, da für einfahrende Züge freie Gleise und Bahnsteige an den Bahnhöfen zur Verfügung stehen.

Köln Messe/Deutz

Der Bahnhof Köln Messe/Deutz erhält einen zusätzlichen S-Bahnsteig mit zwei Gleisen. Darüber hinaus erhalten die bestehenden Bahnsteige über Aufzüge einen barrierefreien Zugang zum städtischen Personentunnel, der zur U-Bahn führt.

Der Bahnhof Köln Messe/Deutz erhält einen zusätzlichen S-Bahnsteig mit zwei Gleisen. Die neuen Gleise 23 und 24 befahren künftig ausschließlich Züge in Richtung Köln Hauptbahnhof, die bestehenden Gleise 9 und 10 werden zu den Gleisen 21 und 22. Hier halten in Zukunft die S-Bahnen in Richtung Trimbornstraße und Köln-Mülheim. Die Koelnmesse und die Lanxess Arena mit ihren zahlreichen Großveranstaltungen sowie die neu entstehende MesseCity werden damit deutlich besser angebunden.

Im Zuge dieser Maßnahmen wird der gesamte Bahnhof barrierefrei ausgebaut. Sämtliche Bahnsteige des Bahnhofs Köln Messe/Deutz werden am östlichen Ende mit Aufzügen ausgestattet und bieten somit einen barrierefreien Zugang zum Personentunnel, der zur U-Bahn führt. Um auch auf der Westseite der Bahnsteige Komfortverbesserungen zu erzielen, werden parallel zum Projekt S11 Rolltreppen geplant.

Mit dem Bau des neuen Mittelbahnsteigs werden auch die angrenzenden Brücken- und Stützwandkonstruktionen zwischen der Hohenzollernbrücke und der Deutz-Mülheimer Straße erweitert. Hierbei werden momentan verschiedene Varianten untersucht. Im Hinblick auf den Neubau der Fahrradrampe sind die Planer der DB Netze im laufenden Austausch mit den Fachämtern. Eine Abstimmung mit den Planungen zum Bau der MesseCity findet ebenfalls statt. Die Brücke über die Deutz-Mülheimer Straße ist kein Bestandteil der Planung – Bauarbeiten fallen hier nicht an. Um die betrieblichen Abläufe der S-Bahn zu optimieren, planen die Fachleute in diesem Bereich zusätzliche Weichenverbindungen.

a) Bürgerwunsch: Barrierefreiheit & kürzere Wege zwischen Fernverkehr, Nahverkehr und Stadtbahn
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Mit Aufzügen werden die Bahnsteige des Schienennahverkehrs („Deutz/hoch“) auf der Ostseite über den sogenannten „KVB-Tunnel“ barrierefrei mit der U-Bahn verbunden. Auch das Fernverkehrsgleis 12 in Deutz tief erhält barrierefreie Zugänge. Um auch auf der Westseite vom Empfangsgebäude her Komfortverbesserungen zu erzielen, werden dort Rolltreppen geplant.

b) Bürgerwunsch: Bessere Anbindung des Radverkehrs an den Bahnhof
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Die Stadt Köln ist hier zuständig. Die bestehende Fahrradrampe wird beim Bau zusätzlicher Gleise durch eine neue Rampe ersetzt. Die Stadt Köln prüft zudem optional eine Verlängerung der Rampe, um die Radwege in die rechtsrheinischen Stadtgebiete zu verbessern.

c) Bürgerwunsch: Bypass für die Einfahrt der S-Bahnen von Köln-Mülheim nach Köln Messe / Deutz
Status: wird noch geprüft
Planung: Die Berechnung des Verkehrs hat ergeben, dass sich das geplante Betriebskonzept mit der Taktverdichtung der S 11 auch ohne Bypass realisieren lässt. Mit Blick auf den weiteren Ausbau des gesamten S-Bahnnetzes soll der Bypass aber vorsorglich als Variante weiter mit betrachtet werden.

Köln-Kalk West

Auf dem ehemaligen Gelände der „Chemischen Fabrik Kalk“ entwickelt sich ein neues Stadtquartier. Zur Erschließung ist der Bau eines neuen Haltepunktes für die S 6 und die S 11 in Köln-Kalk geplant.

Auf dem ehemaligen Gelände der „Chemischen Fabrik Kalk“ entwickelt sich momentan ein neues Stadtquartier. Zur optimalen Anbindung ist der Bau eines neuen Haltepunktes für die S-Bahn-Linien S 6 und S 11 in Köln-Kalk geplant. Der 150 Meter lange Mittelbahnsteig ermöglicht Mobilitätseingeschränkten einen problemlosen Ein- und Ausstieg in die S-Bahnen. Zudem verfügt der Bahnhof nach dem Neubau über ein Bahnsteigdach sowie Wetterschutzhäuser.

Von der Straße des 17. Juni aus erreichen Reisende den Bahnhof über eine parallel zu den Gleisen verlaufende Rampe, die in eine Personenunterführung mündet. Ein Treppenaufgang und ein Aufzug ermöglichen allen Fahrgästen den Zugang zum Bahnsteig.

a) Bürgerwunsch: Zugänge zum neuen Haltepunkt näher an Wohnbebauung
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Die Bahnsteigzugänge an der Straße des 17. Juni werden gegenüber der ursprünglichen Planung um rund 250 Meter weiter nach Süden verlegt, auf teilweise städtischen Grund. Die Treppe und die Rampe zum Bahnsteig werden um 180 Grad gedreht, um die Wege in Richtung des neuen Stadtquartiers zu verkürzen.

b) Bürgerwunsch: Park & Ride-Plätze einrichten
Status: nicht in die Planung aufgenommen
Begründung: Zusätzlicher Autoverkehr im Stadtteil soll vermieden werden, Park & Ride-Plätze würden diesem Ziel zuwiderlaufen. Stattdessen befürwortet die Stadt Köln auch Kalk in Bezug auf Mobilstationen zu untersuchen, um verschiedene Verkehrsträger zu kombinieren. Denkbar sind zum Beispiel eine Fahrradstation, Ladestation für Elektroautos und E-Bikes sowie Sharing-Angebote. Wann und wo die Mobilstationen in Kalk und den anderen Bezirken von Köln eingerichtet werden könnten, erarbeitet die Stadt Köln derzeit.

Köln-Buchforst

In Köln-Buchforst sind keine Baumaßnahmen erforderlich. Durch die Taktverdichtung der S 11 von 20 auf 10 Minuten wird der Haltepunkt nach dem Ausbau der Strecke wesentlich häufiger angefahren als heute.

Bürgerwunsch: Erhalt des S-Bahn-Halts trotz der neuen Station Köln-Kalk West
Status: komplett in der Planung enthalten
Planung: Der Haltepunkt Köln-Buchforst wird bestehen bleiben. Durch die Taktverdichtung nach dem Ausbau der S 11 wird Köln-Buchforst sogar häufiger angefahren als heute.

Köln-Mülheim

In Köln-Mülheim sind keine Baumaßnahmen im Rahmen des S11-Projektes erforderlich. Durch die Taktverdichtung der S 11 von 20 auf 10 Minuten wird der Haltepunkt nach dem Ausbau der Strecke wesentlich häufiger angefahren als heute.

Köln-Holweide

Der Haltepunkt Köln-Holweide wird barrierefrei ausgebaut. Schallschutzmaßnahmen wird es voraussichtlich nicht geben.

Der barrierefreie Ausbau des Haltepunkts Köln-Holweide wurde durch die frühzeitige Bürgerbeteiligung nachträglich in die Planung aufgenommen. Die genaue Ausstattung der barrierefreien Bahnsteige steht noch nicht fest. Das wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.

Die gesetzlichen Anforderungen für Schallschutz sind in Köln-Holweide nach aktuellem Planungsstand nicht erfüllt. Dies ergab die Lärmtechnische Voruntersuchung. Die DB ist zu Schallschutzmaßnahmen verpflichtet, wenn Schienenwege baulich wesentlich verändert werden. Dies ist in Köln-Holweide nicht gegeben, weil lediglich der bestehende Haltepunkt barrierefrei umgebaut wird. 

a) Bürgerwunsch: Wohnbebauung gegen Bahnstrecke besser abschirmen und sichern
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Die Stadt Köln, die Abfallwirtschaftsbetriebe und die DB Netz AG haben die Anregungen der Anwohner aufgegriffen: Durch Bepflanzungen soll die Strecke besser abgeschirmt und gesichert werden.

b) Bürgerwunsch: Barrierefreiheit
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Der Wunsch der Bürger nach Barrierefreiheit wurde in die Projektplanung aufgenommen. Die bestehenden Bahnsteige der Haltepunkte Köln-Holweide, Köln-Dellbrück und Duckterath werden auf 96 Zentimeter aufgehöht. Das ermöglicht künftig den höhengleichen Einstieg in die S-Bahn. Im Ergebnis wird damit die S 11 vom Kölner Hauptbahnhof bis Bergisch Gladbach durchgehend barrierefrei zugänglich sein. Die konkrete Ausstattung der Bahnsteige wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.

c) Bürgerwunsch: Lärmschutz
Status: nicht in die Planung aufgenommen
Begründung: Eine erste lärmtechnische Prüfung ergab: Bei einem zweigleisigen Ausbau sind Lärmschutzmaßnahmen voraussichtlich erforderlich, allerdings nur zwischen Köln-Dellbrück und dem Bahnhof Bergisch Gladbach. In Köln-Holweide sind die gesetzlichen Anforderungen für Schallschutzmaßnahmen voraussichtlich nicht erfüllt, weil es hier abgesehen von der Barrierefreiheit keine substanziellen Baumaßnahmen an der Station gibt.
 

Köln-Dellbrück

Der Haltepunkt Köln-Dellbrück wird barrierefrei ausgebaut.

Der barrierefreie Ausbau des Haltepunkts Köln-Dellbrück wurde durch die frühzeitige Bürgerbeteiligung nachträglich in die Planung aufgenommen. Die genaue Ausstattung der barrierefreien Bahnsteige steht noch nicht fest. Das wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.

Die gesetzlichen Anforderungen für Schallschutzmaßnahmen sind in Köln-Dellbrück voraussichtlich erfüllt, wenn der zweigleisige Ausbau erfolgt. Dies ergab die Lärmtechnische Voruntersuchung. Die DB ist zu Schallschutzmaßnahmen verpflichtet, wenn Schienenwege baulich wesentlich verändert werden und der Lärm die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte überschreitet. Der zweigleisige Ausbau von Köln-Dellbrück bis Bergisch Gladbach entspricht nach jetztigem Planungsstand diesen Anforderungen. Wie der Schallschutz entlang der Strecke aussehen könnte, wird derzeit noch erarbeitet. Die betroffenen Anwohner werden frühzeitig über die Ergebnisse informiert und in die weitere Planung eingebunden.

a) Bürgerwunsch: Lärmschutz
Status: wird noch geprüft
Planung: Eine erste lärmtechnische Prüfung ergab: Bei einem zweigleisigen Ausbau sind Lärmschutzmaßnahmen voraussichtlich erforderlich, allerdings nur zwischen Köln-Dellbrück und dem Bahnhof Bergisch Gladbach. In Köln-Holweide sind die gesetzlichen Anforderungen für Schallschutzmaßnahmen voraussichtlich nicht erfüllt, weil es hier keine substanziellen Baumaßnahmen an der Station gibt.

b) Bürgerwunsch: Barrierefreiheit
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Der Wunsch der Bürger nach Barrierefreiheit wurde in die Projektplanung aufgenommen. Die bestehenden Bahnsteige der Haltepunkte Köln-Holweide, Köln-Dellbrück und Duckterath werden auf 96 Zentimeter aufgehöht. Das ermöglicht künftig den höhengleichen Einstieg in die S-Bahn. Im Ergebnis wird damit die S 11 vom Kölner Hauptbahnhof bis Bergisch Gladbach durchgehend barrierefrei zugänglich sein. Die konkrete Ausstattung der Bahnsteige wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.
 

Zweigleisiger Ausbau Thielenbruch 

Um den Takt der stark frequentierten S 11 von 20 auf 10 Minuten zu verdichten, ist ein zweigleisiger Ausbau zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach notwendig.

Zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach-Duckterath verläuft die vorhandene Trasse der S11 eingleisig und quert das Naturschutzgebiet Thielenbruch. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Strecke bereits zweigleisig, wurde dann aber rückgebaut.

Die Untersuchungen aus der Vorplanung und auch viele Eingaben von Fahrgästen stützen die Notwendigkeit eines zweigleisigen Ausbaus, um den 10-Minuten-Takt bis Bergisch Gladbach zuverlässig realisieren zu können. Ansonsten schaukeln sich Verspätungen teilweise hoch und es würde auch künftig nötig sein, dass  Züge frühzeitig in Köln-Dellbrück wenden. Von Naturschutzverbänden gibt es allerdings Bedenken wegen der Querung des Naturschutzgebiets Thielenbruch.

Um den Eingriff in das Naturschutzgebiet möglichst gering zu halten, planen die Ingenieure das zweite Gleis weitgehend südlich des bereits bestehenden. Auf diese Weise können   besonders wertvolle Teile des Kalkflachmoors nördlich des Bahndamms geschont werden. Zudem versuchen die Planer, einen Eingriff in den Wasserhaushalt des Naturschutzgebiets zu vermeiden. Entsprechend soll der Damm etwas erhöht und verbreitert werden.  Bereits im Vorfeld möglicher Baumaßnahmen wird ein Grundwassermonitoring eingerichtet. Es soll Informationen über Stand und mögliche Veränderungen des Grundwasserpegels liefern und bildet damit ein Frühwarnsystem, falls Bauarbeiten zu Veränderungen im Wasserhaushalt führen.

Außerdem sind im Thielenbruch entlang der Strecke Durchlässe für verschiedene Tierarten geplant. Sie ermöglichen Tieren, die Gleise zu queren und minimieren die trennende Wirkung eines zusätzlichen Gleises. Hier gibt es bereits erprobte bauliche Lösungen für verschiedene Tierarten, die nach aktuellem Planungsstand im Thielenbruch genutzt werden können. Mögliche Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenbedarf beim Ausbau der S-Bahn werden in enger Abstimmung mit Naturschutzverbänden geprüft.

Bürgerwunsch: Zweigleisiger Ausbau zwischen Dellbrück und Bergisch Gladbach; Schonung des Naturschutzgebiets Thielenbruch
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Viele Bürger setzten sich für den zweigleisigen Ausbau ein, um die S 11 pünktlicher und zuverlässiger zu machen. Von den eingebundenen Naturschutzverbänden gibt es allerdings Bedenken wegen des Eingriffs in das Naturschutzgebiet Thielenbruch. Die Untersuchungen aus der Vorplanung und auch viele Eingaben von Fahrgästen stützen die Notwendigkeit eines zweigleisigen Ausbaus, um den 10-Minuten-Takt bis Bergisch Gladbach zuverlässig realisieren zu können. Die Vorzugsvariante enthält deshalb eine durchgehend zweigleisige Trasse, die mit Blick auf einen möglichst geringen Flächenverbrauch geplant ist. Im Thielenbruch wurden zusätzliche Maßnahmen im Sinne des Naturschutzes in die weiteren Planungen aufgenommen. Dazu gehören Durchlässe für verschiedene Tierarten an der Strecke und ein Grundwassermonitoring bereits im Vorfeld möglicher Baumaßnahmen. Anregungen von Naturschutzverbänden zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenbedarf beim Ausbau werden derzeit noch geprüft.
 

Duckterath 

Der Haltepunkt Duckterath erhält einen zweiten Bahnsteig. Der bereits bestehende Bahnsteig wird barrierefrei ausgebaut. Diese Planungsänderung ist ein Ergebnis der frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Am Haltepunkt Duckterath planen die zuständigen Fachleute auf der Nordseite einen 150 Meter langen zusätzlichen S-Bahnsteig, der Mobilitätseingeschränkten einen barrierefreien Einstieg in die haltenden Züge in Richtung Köln ermöglicht. Ein 35 Meter langes Bahnsteigdach sowie Wetterschutzhäuser sollen den Aufenthalt der Fahrgäste angenehm gestalten. Der bestehende Bahnsteig auf der Südseite wird barrierefrei ausgebaut. Die genaue Ausstattung der Bahnsteige steht noch nicht fest. Das wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.

Zwischen Franz-Hitze-Straße und Damaschkestraße stellt eine neue Fußgängerrampe künftig einen barrierefreien Zugang vom P+R-Parkplatz zum Bahnsteig her. Unterschiedliche Varianten dafür werden noch geprüft.

Im Zuge des S-Bahn-Ausbaus müssen die Brücken über die Franz-Hitze-Straße, die Damaschkestraße sowie die Buchholzstraße angepasst und erneuert werden. Um einen höheren Durchfluss für den Straßenverkehr zu ermöglichen, wird dabei der Engpass der Buchholzstraße beseitigt. Die Fachleute stimmen die Planungen für den S-Bahn-Ausbau regelmäßig mit den Fachämtern der Stadt Bergisch Gladbach ab.

Die gesetzlichen Anforderungen für Schallschutz sind in Bergisch Gladbach-Duckterath voraussichtlich erfüllt. Dies ergab die Schalltechnische Voruntersuchung. Die DB ist zu Schallschutzmaßnahmen verpflichtet, wenn Schienenwege baulich wesentlich verändert werden und der Lärm die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte überschreitet. Der zweigleisige Ausbau von Köln-Dellbrück bis Bergisch Gladbach erfüllt nach jetzigem Planungsstand diese Anforderungen. Wie der Schallschutz entlang der Strecke aussehen könnte, wird derzeit noch erarbeitet. Die betroffenen Anwohner werden frühzeitig über die Ergebnisse informiert und in die weitere Planung eingebunden.
 

a) Bürgerwunsch: Mehr P&R-Plätze
Status: wird noch geprüft
Planung: Die Stadt Bergisch Gladbach und der Nahverkehr Rheinland haben Gespräche über den Bau eines Parkhauses anstelle einer ebenerdigen P&R-Anlage aufgenommen. Damit könnte die Kapazität der P&R-Anlage in Duckterath um 50 Prozent gesteigert werden. Außerdem wäre es so möglich, die vorhandene Fläche besser zu nutzen und die Zuwege zum Bahnsteig verbessern.

b) Bürgerwunsch: Barrierefreiheit
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Der Wunsch der Bürger nach Barrierefreiheit wurde in die Projektplanung aufgenommen. Die bestehenden Bahnsteige der Haltepunkte Köln-Holweide, Köln-Dellbrück und Duckterath werden auf 96 Zentimeter aufgehöht. Das ermöglicht künftig den höhengleichen Einstieg in die S-Bahn. Im Ergebnis wird damit die S 11 vom Kölner Hauptbahnhof bis Bergisch Gladbach durchgehend barrierefrei zugänglich sein. Die konkrete Ausstattung der Bahnsteige wird im weiteren Verlauf der Planung geklärt.

c) Bürgerwunsch: Lärmschutz
Status: wird noch geprüft
Planung: Eine erste lärmtechnische Prüfung ergab: Bei einem zweigleisigen Ausbau sind Lärmschutzmaßnahmen voraussichtlich erforderlich, allerdings nur zwischen Köln-Dellbrück und dem Bahnhof Bergisch Gladbach.

d) Bürgerwunsch: Bessere Erreichbarkeit der Station per Fuß und Rad
Status: komplett in die Planung aufgenommen
Planung: Die beiden Unterführungen Damaschkestraße und Franz-Hitze-Straße werden erneuert, um das Umfeld rund um den Haltepunkt auch für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.
 

Bergisch Gladbach

Der Bahnhof Bergisch Gladbach wird um drei Bahnsteigkanten erweitert, um einen reibungslosen 10-Minuten-Takt zu ermöglichen.

Heute besitzt der Bahnhof Bergisch-Gladbach lediglich eine Bahnsteigkante. Um für die Taktverdichtung von 20 auf 10 Minuten ausreichend Platz zu schaffen, ist der Bau von drei zusätzlichen Bahnsteigkanten geplant. Auf diese Weise kann die Wendezeit in Bergisch Gladbach verlängert werden. Die S 11 wird durch diesen Zeitpuffer zuverlässiger, weil Verspätungen in Bergisch Gladbach abgebaut werden können: Richtung Köln sollen die Züge immer pünktlich abfahren können.

Die Planung sieht einen Bahnsteig für die S-Bahnen vor, die bereits in Köln-Worringen enden und einen separaten Bahnsteig für die S-Bahnen, die bis Düsseldorf fahren. Beide Bahnsteige werden über einen Querbahnsteig vor Kopf erreichbar sein. Der gerade modernisierte Bahnsteig am Gleis 1 muss nicht umgebaut werden.

Im Rahmen des Umbaus wird der Bahnhof Bergisch Gladbach nicht nur deutlich leistungsfähiger, sondern auch insgesamt städtebaulich aufgewertet. Den Ausbau des Bahnhofs stimmen die Planer mit der Stadt Bergisch Gladbach eng ab, da direkt am Bahnhof ein neues Stadthaus entstehen soll. Momentan bereitet die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb für den Bahnhofsbereich und einen Planungswettbewerb für das neue Stadthaus vor. Sowohl der Ausbau des Bahnhofs als auch der Bau des neuen Stadthauses stützen den zur Regionale 2010 begonnenen Prozess zur Aufwertung des Bahnhofsareals. In Zukunft sollen Bahnhof und Stadthaus eine gemeinsame Empfangssituation für die Fahrgäste schaffen.

Aufgrund des 10-Minuten-Taktes wird der Bahnübergang an der Tannenbergstraße häufiger geschlossen sein. Im Zuge der erforderlichen Erneuerung der Brücke an der Buchholzstraße wird die Unterführung deshalb zweispurig ausgebaut, um den Durchfluss für den Pkw-Verkehr zu erhöhen. Gleichzeitig hat die Stadt eine Verkehrsuntersuchung zur Verbesserung der Situation in diesem Bereich in Auftrag gegeben. Auch die Eisenbahnüberführungen an der Franz-Hitze-Straße und Damaschkestraße müssen für den zweigleisigen Ausbau erneuert und entsprechend vergrößert werden. Die Planungen des S-Bahn-Ausbaus werden in enger Abstimmung mit den Fachämtern der Stadt durchführt, um die Auswirkungen auf den Individualverkehr von Beginn an zu berücksichtigen.

a) Bürgerwunsch: Anordnung der Bahnsteige: keine eindeutige Präferenz der Bürger
Status: teilweise in die Planung aufgenommen
Planung: Bei den Infomessen und im Online-Dialog gab es bei den Bürgern unterschiedliche Meinungen, wie die Bahnsteige angeordnet werden sollen. Weiter geplant wird mit der Variante 1, die jeweils einem separaten Bahnsteig für die S-Bahnen nach Köln-Worringen und nach Düsseldorf vorsieht. Im Endausbau soll der Bahnhof Bergisch Gladbach dann insgesamt vier Bahnsteigkanten besitzen. Dies bietet Vorteile im Hinblick auf die notwendigen Wendezeiten für den 10-Minuten-Takt und für evtl. Rangierfahrten.

b) Bürgerwunsch: Verbesserung der Einbettung in das Stadtbild und der Verkehrssituation rund um den Bahnhof
Status: wird noch geprüft
Planung: Das Umfeld des Bahnhofs in Bergisch Gladbach wird sich nicht nur durch den Umbau und die Erweiterung des S-Bahnhofs verändern, sondern auch durch den geplanten Neubau eines Stadthauses auf dem nordwestlich des Bahnhofs gelegenen Grundstückes. Die Planungen der Stadt Bergisch Gladbach sind dafür angelaufen und werden eng mit den Planungen der Deutschen Bahn abgestimmt.

c) Bürgerwunsch: Lärmschutz
Status: wird noch geprüft
Planung: Eine erste lärmtechnische Prüfung ergab: Bei einem zweigleisigen Ausbau sind Lärmschutzmaßnahmen voraussichtlich erforderlich, allerdings nur zwischen Köln-Dellbrück und dem Bahnhof Bergisch Gladbach.
 

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ausbau der S 11

Projekt

Was ist geplant?

Die Linie S 11 wird ausgebaut, um den Takt zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach in den Hauptverkehrszeiten von 20 auf 10 Minuten zu verdichten. Dazu ist ein zweigleisiger Ausbau zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach erforderlich.

Der Kölner Hauptbahnhof und der Bahnhof Köln Messe/Deutz erhalten jeweils einen zusätzlichen Mittelbahnsteig mit zwei neuen Gleisen für die S-Bahnen. Im Zuge der Umbauarbeiten soll der Bahnhof Köln Messe/Deutz außerdem einen barrierefreien Zugang über den Tunnel der Kölner Verkehrs-Betriebe erhalten. Auch der Bahnhof Bergisch Gladbach und der S-Bahn-Halt Duckterath erhalten zusätzliche Bahnsteige.

Die Haltepunkte Holweide, Dellbrück und Duckterath werden barrierefrei ausgebaut, so dass alle Stationen von Köln Hauptbahnhof bis Bergisch Gladbach barrierefrei zugänglich sein werden. In Köln-Kalk in der Nähe des Odysseums entsteht ein zusätzlicher Haltepunkt: Köln-Kalk West. Er bindet das neue Stadtquartier auf dem ehemaligen Gelände der „Chemischen Fabrik Kalk“ an das S-Bahnnetz an.

Warum wird ausgebaut?

Die Stadt Köln und das Umland wachsen. Bis 2040 sollen allein in Köln rund 140.000 weitere Einwohner hinzukommen. Und der Verkehr nimmt noch stärker zu als die Bevölkerung. Schon heute ist der Bahnknoten Köln ein Engpass im regionalen, nationalen und internationalen Eisenbahnverkehr und hat seine Belastungsgrenze erreicht. Der Ausbau des Knotens Köln unter anderem für die S-Bahn schafft mehr Kapazitäten und ermöglicht so ein besseres, pünktlicheres Angebot für die Fahrgäste. Schnelle und langsamere Verkehre werden voneinander getrennt und die mögliche Zugfrequenz deutlich erhöht. Der Stau auf der Schiene verringert sich.

Der Ausbau der S 11 ist Teil eines umfangreichen Projekts zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des S-Bahn-Systems. Geplant sind insgesamt neun Linien, die für optimale Anbindungen sorgen und ein umfangreiches S-Bahn-Netz schaffen, das andere Metropolen wie München und Berlin schon lange haben.

Was sind die Vorteile für Pendler und Fahrgäste?

Die Qualität im S-Bahn-Verkehr verbessert sich deutlich. Der Ausbau der S 11 ermöglicht einen 10-Minuten-Takt zwischen Bergisch Gladbach und Köln und schafft im Vergleich zu heute doppelt so viel Kapazitäten im S-Bahn-Verkehr. Neue Stationen sorgen für eine bessere Erreichbarkeit der wachsenden Stadtteile Köln-Kalk und Köln-Mülheim. Durch den Um- und Ausbau etlicher Stationen sind künftig alle Haltepunkte zwischen Köln Hauptbahnhof und Bergisch Gladbach barrierefrei zugänglich.

Was bedeutet das für die Anwohner?

Anwohner entlang der Ausbaustrecken haben nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz einen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Durch diese Maßnahmen wird sich die Schallsituation im Vergleich zu heute in vielen Streckenabschnitten verbessern. Darüber hinaus profitieren die Anwohner ebenfalls vom besseren Verkehrsangebot und von den Umweltvorteilen, die sich durch einen höheren Anteil des Schienenverkehrs ergeben.

Wie fahren die S-Bahnen nach dem Ausbau?

Die S 11 fährt nach dem Ausbau in den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt und damit doppelt so häufig wie heute. Der Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Köln-Hansaring und Messe-Deutz schafft die Voraussetzungen, dass künftig mehr S-Bahnen fahren. Bereits heute sind hier in der Hauptverkehrszeit bis zu 18 S-Bahnen pro Stunde und Richtung unterwegs. Künftig sollen es bis zu 24 Züge pro Stunde sein – das entspricht einem 2,5-Minuten-Takt. Um das zu ermöglichen, wird eine leistungsfähigere Leit- und Sicherungstechnik installiert, zum Beispiel der Neubau eines elektronischen Stellwerks am Hauptbahnhof.

Warum wird der S-Bahn-Halt Köln-Hansaring nicht ausgebaut?

Die Kapazitätsengpässe am Hauptbahnhof und in Köln Messe/Deutz ergeben sich aufgrund der hohen Zahl an Fahrgästen, die hier ein- und aussteigen. Am Hansaring ist die Zahl der Fahrgastwechsel deutlich geringer. Daher ist hier ein Ausbau im Rahmen der Erweiterung der S 11 nicht vorgesehen.

Beim weiteren Ausbau der S-Bahn wird gemäß Zielkonzept 2030+ der Ausbau des Hansarings im Rahmen des Projektes Westspange untersucht.

Muss die Hohenzollernbrücke erweitert werden?

Nein. Die Wartezeiten der S-Bahnen auf der Hohenzollernbrücke entstehen heute durch die langen Haltezeiten beim Fahrgastwechsel am Hauptbahnhof und in Köln Messe/Deutz. Die S-Bahn-Gleise sind in den beiden Bahnhöfen oft belegt, wodurch die Folgezüge auf der Hohenzollernbrücke warten müssen. Mit dem anstehenden Projekt, dem Neubau weiterer Signale und den Bahnsteigausbauten wird der Betrieb auf der Hohenzollernbrücke wesentlich zuverlässiger und flüssiger laufen.

Planung & Bau

Wie geht das Planungsverfahren weiter?

Die Vorplanung für die S11 wurde im Frühjahr 2019 abgeschlossen. Im Zuge der Bürgerbeteiligung sind viele Anregungen der Bürgerinnen und Bürger in die Planung eingeflossen. Mit der sogenannten Vorzugsvariante liegt ein Zwischenstand vor, der aktuell in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung weiter ausgearbeitet und verfeinert wird. Danach folgt das offizielle Planfeststellungsverfahren. Zuständig ist hier das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das am Ende darüber entscheidet, ob Baurecht erteilt wird. Liegt ein positiver Planfeststellungsbeschluss vor, erfolgt die Bauvorbereitung. Dazu gehört auch die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen.

Wann wird gebaut?

Wann gebaut wird, hängt vom Verlauf der weiteren Planungen und dem Planfeststellungsverfahren ab. Für die S11 ist die Vorplanung abgeschlossen. Die Ergebnisse werden nun weiter ausgearbeitet. Wenn das darauf folgende Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist, besteht Baurecht. Der tatsächliche Baubeginn lässt sich deshalb erst nach Beendigung des Planfeststellungsverfahrens seriös abschätzen.

Wann ist Inbetriebnahme?

Auch zur Inbetriebnahme kann gegenwärtig noch keine genaue Aussage getroffen werden. Sie hängt vom Verlauf der Planungen, dem Planfeststellungsverfahren und den anschließenden Baumaßnahmen ab.

Wie wird gebaut? Gibt es Schienenersatzverkehr (SEV)?

Wie gebaut wird und ob ein Schienenersatzverkehr erforderlich ist, wird sich erst im weiteren Verlauf der Planungen klären. Ziel ist es, die Auswirkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten. Die Deutsche Bahn, der Nahverkehr Rheinland und die beteiligten Eisenbahn-Verkehrsunternehmen werden frühzeitig über Fahrplanänderungen informieren.

Wird die Trasse deutlich breiter? Wenn ja, wo?

Der zweigleisige Ausbau der S 11 ist nur auf einem Teilstück zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach geplant, wo früher schon einmal ein zweites Gleis lag. Hier soll der Ausbau mit dem kleinstmöglichen zusätzlichen Flächenverbrauch stattfinden. Verbreitert werden im Wesentlichen die Bahnhöfe und Haltepunkte Köln Hbf (Breslauer Platz), Köln Messe/Deutz (Nordseite zur Messe), Bergisch Gladbach-Duckterath (zusätzlicher Bahnsteig) und Bergisch Gladbach (zusätzliche Bahnsteige).

Beteiligung

Wie können sich die Bürger einbringen?

Bei der Planung der S11 finden in verschiedenen Projektphasen Bürgerbeteiligungen statt. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben möchten, nutzen Sie bitte die Infomail AuSbau für aktuelle Themen und Termine. Bei der S 11 organisierten die Projektpartner in der Vorplanung lokale Informations- und Dialogveranstaltungen, um die ersten Planungsergebnisse vorzustellen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aus erster Hand zu informieren und mit den Experten auszutauschen. Parallel dazu fand ein Online-Dialog auf der Projekt-Website statt. Die Ergebnisse aus den Beteiligungsformaten fließen in die weiteren Planungen ein.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens haben die Bürger nochmals Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Die Eingaben können Kritikpunkte und Änderungswünsche enthalten, aber auch Unterstützung und Einverständnis. Die Deutsche Bahn erwidert anschließend die Stellungnahmen oder nimmt die Änderungswünsche auf. Final entscheidet das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als Genehmigungsbehörde, welche Anmerkungen gegebenenfalls als Auflagen in die Genehmigung aufgenommen werden.

Was mache ich, wenn ich das Projekt unterstützen möchte?

Bürgerinnen und Bürger erhalten im Projektverlauf immer wieder die Gelegenheit, sich einzubringen, zum Beispiel durch die Teilnahme an Infomessen. Die Projektpartner freuen sich über jeden, der sich für das Vorhaben engagiert.

Wie werden öffentliche Akteure eingebunden?

Die Information und Einbindung von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Verbänden ist eine weitere zentrale Säule der Beteiligung. Die Entwürfe der Vorplanung werden frühzeitig mit den Projektbeteiligten und den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt. Hinzu kommen regelmäßige Arbeitskreise mit den Städten und Kreisen sowie Treffen mit Naturschutzverbänden und -behörden und der Politik. Meinungsbildner aus Politik, Wirtschaft und Verbänden haben darüber hinaus die Möglichkeit, den Prozess zu begleiten, Probleme aufzuzeigen und Ideen beizusteuern. Hierzu gab es in den vergangenen Monaten bereits eine Reihe von Gesprächen sowie eine erste Akteurskonferenz, bei der die Verantwortlichen das Projekt vorstellten.

Schall- und Umweltschutz

Wer bekommt Schallschutz? Wie wird entschieden, wer Schallschutz bekommt?

Grundsätzlich sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz vor, dass bei Neu- und Ausbaumaßnahmen die gültigen Grenzwerte für Immissionen einzuhalten sind. Insofern beziehen sich Schallschutzmaßnahmen auf die Streckenabschnitte, an denen gebaut wird. Voraussetzung ist, dass der Verkehrsweg wesentlich verändert wird.

Gutachter berechnen und ermitteln zunächst die zukünftige Lärmbelastung in einem Schallgutachten. Danach schlagen sie notwendige und sinnvolle Schutzmaßnahmen vor. Diese Gutachten liegen für die S 11 noch nicht vor. Das Schallgutachten wird Teil der Genehmigungsunterlagen und kann von jedem Bürger eingesehen werden. Final entscheidet auch hier die Genehmigungsbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), über die tatsächliche Umsetzung.

Was passiert mit dem Naturschutzgebiet Thielenbruch und Thurner Wald zwischen Köln und Bergisch Gladbach?

Das Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) bietet mit Kalkflachmoor, Pfeifengraswiesen sowie Feucht- und Auenwäldern einen wichtigen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Um den Eingriff in das Naturschutzgebiet möglichst gering zu halten, planen die Ingenieure das zweite Gleis weitgehend südlich des bereits bestehenden. Auf diese Weise können besonders wertvolle Teile des Kalkflachmoors nördlich des Bahndamms geschont werden. Zudem versuchen die Planer, einen Eingriff in den Wasserhaushalt des Naturschutzgebiets zu vermeiden. Entsprechend soll der Damm etwas erhöht und verbreitert werden. Bereits im Vorfeld möglicher Baumaßnahmen wird ein Wassermonitoring eingerichtet. Es soll Informationen über Stand und mögliche Veränderungen des Grundwasserpegels liefern und bildet damit ein Frühwarnsystem, falls Bauarbeiten zu Veränderungen im Wasserhaushalt führen.

Außerdem werden im Thielenbruch entlang der Strecke Durchlässe für verschiedene Tierarten in die Planung aufgenommen. Sie ermöglichen Tieren, die Gleise zu unterqueren und minimieren die trennende Wirkung eines zusätzlichen Gleises. Hier gibt es bereits erprobte bauliche Lösungen für verschiedene Tierarten, die nach aktuellem Planungsstand im Thielenbruch genutzt werden können. Mögliche Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenbedarf beim Ausbau der S-Bahn werden in enger Abstimmung mit Naturschutzverbänden geprüft.