<p>Mit Milliardenaufwand wird nicht nur die S-Bahn Köln, sondern der gesamte Bahnknoten Köln ausgebaut. Die Erkenntnisse der 4. Kölner Bahnknoten-Konferenz im Überblick.</p>

Konferenz nimmt gesamten Ausbau des Bahnknoten Köln in den Blick

21.06.2022

Rund 20 Projekte sind im Bahnknoten Köln geplant, um die Kapazität des Schienenverkehrs zu steigern und die Zuverlässigkeit zu verbessern. Der Ausbau der S-Bahn ist nur ein Baustein, wenn auch ein sehr wichtiger. Die 4. Kölner Bahnknoten-Konferenz nahm nun das Gesamtprojekt in den Blick: Wo stehen die rund 20 Projekte, was muss noch passieren und welche Maßnahmen bringen kurzfristig Verbesserungen?

An der Fachveranstaltung im Congress Centrum Nord der Koelnmesse nahmen am 13. Juni 350 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Städten, Gemeinden und Kreisen sowie von Interessensverbänden teil. „Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, nehmen wir gezielt den Ausbau stark belasteter Netzknoten in Angriff“, sagte Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr. „Denn von diesen Maßnahmen profitieren Nah-, Fern- und Güterverkehr gleichermaßen. Daher bin ich sehr froh, dass wir für die Westspange, die Voraussetzung für den dringend notwendigen Ausbau des Knoten Köln ist, die Finanzierung bereits sicherstellen konnten.“

Jährlich passieren 440.000 Züge den Kölner Hauptbahnhof. In der Vor-Corona-Zeit wurden 100 Millionen Fahrgäste im Jahr gezählt. NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober erklärt die Herausforderungen: „Wir bekommen ohne einen Ausbau nicht noch mehr Züge durch den Knoten. Daher müssen wir den Ausbau mit Hochdruck weiter vorantreiben, um die gewünschten Klimaziele durch mehr Umstieg auf den nachhaltigeren Schienenpersonennahverkehr erreichen zu können.“

Hier wird geplant und bereits gebaut

Für viele wichtige Projekte für den Ausbau der S-Bahn laufen die Planungen, so für die S 11 und die Erftbahn (RB 38). Für die S 6 und weitere Projekte im Rheinischen Revier wird die Aufnahme der Projekte in eine Sammelvereinbarung zwischen Bund und DB geprüft. Für mehr Kapazität auf der Schiene wird die DB zusätzlich die Westspange ausbauen und einige wichtige Kreuzungsbauwerke neu bauen. Das Ziel: Unterschiedlich schnelle Züge fahren nicht mehr auf demselben Gleis und bremsen sich nicht mehr gegenseitig aus. Zusätzliche Kreuzungen sorgen dafür, dass der Verkehr flüssiger im Knoten laufen kann.

Bereits jetzt baut die DB unter anderem den Rhein-Ruhr-Express (RRX) zwischen Köln und Düsseldorf aus. Mit jedem Kilometer neuem Gleis, mit jeder neuen Weiche wird mehr Kapazität geschaffen. Der Bau der neuen elektronischen Stellwerke in Köln und das Zugleitsystem European Train Control System (ETCS) helfen dabei, die Taktfolgen der Züge zu verkürzen. Mit den vom Land NRW finanzierten Maßnahmen zum „robusten Netz“ kann die DB zusätzliche Weichen und Signale bauen, die gerade bei Baustellen und Störungen helfen, die Auswirkungen für die Fahrgäste zu reduzieren. NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober fasst zusammen: „Draußen an den Strecken passiert richtig viel. Man kann ohne falsche Bescheidenheit sagen, dass wir gemeinsam mit der DB die Region infrastrukturell voranbringen. Dass dies in partnerschaftlichem Miteinander so gut gelingt, dafür bin ich den Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar.“

Ausbau des Knotens Köln für die Region, Deutschland und Europa

NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes ergänzt: „Der Bahnknoten Köln soll durch ein kluges Ausbaukonzept und flankierende Maßnahmen zukünftig seiner regionalen, nationalen und auch europäischen Verantwortung besser gerecht werden. Dafür strengen wir uns gemeinsam an. Wie wichtig dem Land eine schnelle Umsetzung des Projekts ist, zeigt sich daran, dass das Land bis zu 900 Millionen Euro in den Ausbau des bedeutenden Schieneninfrastrukturprojekts »Westspange« steckt – dies ist Voraussetzung für nahezu alle Ausbauprojekte im Knoten Köln!“

„Eine Metropole wie Köln braucht ein attraktives Nahverkehrsangebot. Deshalb verdoppeln wir perspektivisch die Länge des S-Bahn-Netzes“, sagt Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG. „Wir verbinden die Metropolregion Köln bis in alle Landesteile Nordrhein-Westfalens und schaffen mehr Platz auf der umweltfreundlichen Schiene. Was gut für Köln ist, ist gut für Deutschland und Europa. Denn mehr Kapazität in diesem hochbelasteten Knoten sorgt für mehr Qualität und Flexibilität für den Eisenbahnverkehr weit über Köln und NRW hinaus. Dafür sorgen wir in engem Schulterschluss mit dem NVR und dem Land Nordrhein-Westfalen.“

Massive Investitionen in Baustellenmanagement und -kommunikation

Klar ist allen Beteiligten: Ohne Baustellen geht es nicht. Deshalb haben NVR, DB und die Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schulterschluss eine komplett neue Struktur für die Fahrgastinformation aufgebaut. Dafür stellen insbesondere die Aufgabenträger und die DB siebenstellige Finanzmittel zur Verfügung. Zudem hat der NVR auch personelle Ressourcen aktiviert, wie NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek darstellt: „Im Jahrzehnt der Baustellen, das gerade erst begonnen hat, müssen wir die Aktivitäten zu Bautätigkeiten bündeln, verstetigen und weiter professionalisieren. Wir sind glücklich und stolz, dass wir unsere noch recht neue Stabsstelle Baustellenmanagement, -koordination und -kommunikation mit ausgewiesenen Fachleuten aus dem eigenen Haus personell hervorragend aufstellen konnten. Die Fahrgäste bestmöglich auf anstehende Baumaßnahmen vorzubereiten und wo immer möglich für leistungsfähige Ersatzverkehre zu sorgen, ist unser erklärter Anspruch, dem wir in der Vergangenheit nicht ausreichend gerecht werden konnten. Eines der Hauptaugenmerke liegt dabei auf der strukturierten und für NRW einheitlichen Fahrgastinformation, die sowohl an den Stationen als auch in den von den Eisenbahnverkehrsunternehmen herausgegebenen Medien stattfindet.“

Talkrunde auf der Bahnknoten-Konferenz 2022
Talkrunde auf der Bahnknoten-Konferenz (von links nach rechts): Moderatorin Catherine Vogel, Frank Sennhenn (Vorstandsvorsitzender DB Netz AG), Ina Brandes (Verkehrsministerin Nordrhein-Westfalen), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr), Dr. Norbert Reinkober (Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland)

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