<p>Besuchen Sie die Infomessen in Bedburg und Bergheim am 4. und 9. Juli!</p>

Vorankündigung: Zwei Infomessen zum Ausbau der Erftbahn (RB 38)

24.05.2019

Die Erftbahn (RB 38) soll zu einer vollwertigen S-Bahn-Linie ausgebaut werden. Im Juli finden je eine Informationsmesse in Bedburg und in Bergheim statt. Dort haben interessierte Bürger die Möglichkeit, Fragen zur Planung zu stellen, die Pläne zu diskutieren und Wünsche einzureichen. Die Projektpartner Deutsche Bahn und Nahverkehr Rheinland (NVR) sowie zahlreiche weitere Aussteller werden den Bürgern Rede und Antwort stehen. Bereits Mitte Juni startet der Online-Dialog zum Ausbauprojekt.

Infomesse Bedburg: Donnerstag, 4.7.2019, 14-20 Uhr, Schloss Bedburg, Rittersaal
Adresse: Graf-Salm-Straße 34, 50181 Bedburg

Infomesse Bergheim: Dienstag, 9.7.2019, 14-20 Uhr, MEDIO.RHEIN.ERFT
Adresse: Konrad-Adenauer-Platz 1, 50126 Bergheim

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Bahnknoten Köln bekommt ein neues Herz

24.05.2019

Der Kölner Hauptbahnhof, einer der meistfrequentierten Bahnhöfe in Deutschland, bekommt ein neues Herz für die Sicherungs- und Signaltechnik, ein sogenanntes Elektronisches Stellwerk (ESTW). Ein Meilenstein für den Verkehr am wichtigsten Knotenpunkt der Region.

Bereits heute liegt die Auslastung auf der Schiene im Großraum Köln bei teilweise über 100 Prozent. Allein über den Kölner Hauptbahnhof werden mehr als 1.300 Zugfahrten am Tag abgewickelt. Prognosen der Deutschen Bahn bis 2025 gehen davon aus, dass der Personen- und Güterverkehr in der Region weiter steigen wird. Um das erhöhte Verkehrsaufkommen zu bewältigen, sind umfangreiche Maßnahmen für die Infrastruktur erforderlich. Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der S-Bahn, durch den die notwendigen Kapazitäten auf der Schiene geschaffen werden.

Mit Blick auf die Prognosen waren es gute Nachrichten für den Schienenverkehr in Köln, die die DB bei ihrer Pressekonferenz Anfang Februar verkündete: Noch in diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten für das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) am Kölner Hauptbahnhof, dem neuen Herzstück des Bahnknotens. Ein Meilenstein für den Schienenverkehr in Köln und die Grundlage für die weitere Digitalisierung der Schiene in Köln.

Mit dem neuen Stellwerk wird der gesamte S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr im Kölner Stadtgebiet gesteuert. Seinen Betrieb nimmt es – mit Blick auf den Ausbau der S 11 und der Erftbahn – in zwei Stufen auf. Bis 2021 wird zuerst die Signal- und Steuerungstechnik für den S-Bahn-Verkehr in Betrieb gehen. 2024 folgt die Technik für den Regional- und Fernverkehr. Für das neue Stellwerk werden rund 150 Kilometer Kabel verlegt, 200 neue Signale, zehn neue Signalausleger bzw. Signalbrücken aufgestellt und fünf Weichen eingebaut. Insgesamt 160 Millionen Euro wird die DB investieren. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Baumaßnahmen während des laufenden Bahnbetriebes durchzuführen. Um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird überwiegend in nächtlichen Sperrpausen und an Wochenenden gearbeitet. Eine Sperrpause ist der Zeitraum einer Gleissperrung wegen geplanter oder durchgeführter Arbeiten. Stellbereiche Köln

ESTW bringt mehr Pünktlichkeit, mehr Kapazitäten, weniger Störungen

Durch das neue ESTW und den geplanten Infrastrukturausbau am Kölner Hauptbahnhof sowie dem Bahnhof Köln Messe/ Deutz können die Zeitabstände zwischen zwei Zügen wesentlich verringert werden. Das führt zu deutlichen Kapazitätssteigerungen auf der Strecke. Allein auf der Stammstrecke der S-Bahn zwischen Köln Messe/Deutz und Hansaring werden die Kapazitäten um 34 Prozent steigen. Mit der vorhandenen Technik und der aktuellen Gleisinfrastruktur können maximal 18 Züge pro Stunde und Richtung (3,3-Minuten-Takt) fahren. Künftig lässt sich der Takt auf 24 Züge in der Stunde (2,5-Minuten-Takt) steigern. Verringert wird mit dem neuen Stellwerk die Störanfälligkeit der Signaltechnik. Das wiederum erhöht die Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs. Auch besteht künftig eine höhere Flexibilität bei Gleissperrungen, beispielsweise bei Baustellen, und durch die neue Technik wird die Instandhaltung vereinfacht.

ESTW umfasst zwei voneinander getrennte Stellbereiche

Um das Schienensystem im Einzugsgebiet des neuen ESTW besonders „wetterfest“ zu machen, werden die Gleisanlagen für den S-Bahn-Verkehr und den Fernverkehr in zwei separate Stellbereiche aufgeteilt. Dadurch kann der Bahnbetrieb auch dann aufrechterhalten werden, wenn ein Stellbereich vollständig ausfällt. In einem Stellbereich hat ein Fahrdienstleiter alle Strecken und Bahnhöfe im Blick. Was ein Fluglotse am Himmel steuert, ordnet ein Fahrdienstleiter auf der Schiene. Dafür sitzt er in der sogenannten Steuerzentrale. Das ist gewissermaßen das Gehirn des Stellwerks, wo alle wichtigen Informationen zusammenlaufen und der Bahnbetrieb gesteuert wird. Durch die neue Technik ist eine einfache und schnelle Steuerung des ESTW am Arbeitsplatz möglich. Eingreifen müssen die Mitarbeiter besonders bei hohem Verkehrsaufkommen und im Störfall. In der Maybachstraße neben der Station Köln Hansaring richtet die DB ein komplett neues Zentralstellwerk mit Arbeitsplätzen für mehrere Fahrdienstleiter ein. Von dort aus soll perspektivisch nicht nur das ESTW am Kölner Hauptbahnhof, sondern auch das ESTW „Linker Rhein“ für die vielbefahrene Strecke Richtung Bonn und Koblenz gesteuert werden. Dieses soll bis 2025 den Betrieb aufnehmen.

„Wir sind erst am Anfang“

24.05.2019

Wie stuft die Stadt Köln den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln ein? Und was wird darüber hinaus für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität getan? Im Interview bezieht Andreas Wolter, Bürgermeister und Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt Köln, Stellung.

Herr Wolter, die S-Bahn Köln wird in den kommenden Jahren ausgebaut. Wie wichtig ist das Vorhaben für die Mobilität im Großraum Köln?

Wir sind bezüglich der S-Bahnverbindungen unterdurchschnittlich angebunden. Köln hat eine gute Fernverkehrsverbindung. Auch das Stadtbahnnetz ist engmaschig. Die Kapazitäten sind sowohl im Stadtbahnverkehr und im Regionalverkehr mehr als ausgelastet. Der Bau der zusätzlichen Gleise im Hauptbahnhof Köln, die neuen Haltepunkte im Rechtsrheinischen und der zweigleisige Ausbau nach Bergisch Gladbach sind immens wichtig. Wir brauchen aber auch dringend die S 13 nach Bonn, den linksrheinischen Bau der S-Bahn nach Bonn und nach Kall, um den Anforderungen eines angemessenen ÖPNV gerecht zu werden. Wir sind mit dem geplanten Vorhaben erst am Anfang! Bei der Infrastruktur und den Beförderungskapazitäten gibt es einen enormen Nachholbedarf.

Welche Bedeutung hat die frühzeitige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei einem solchen Vorhaben?

Bauvorhaben ohne Bürgerbeteiligung sind in Köln kaum noch vorstellbar. Gerade der S-Bahn-Ausbau nach Bergisch Gladbach ist nicht ohne Fallstricke. Deshalb ist eine frühzeitige Beteiligung der Bürger von enormer Bedeutung. So lassen sich auch unter Beteiligung der relevanten Verbände Hindernisse vielleicht schon frühzeitig gemeinsam ausräumen.

Wir müssen vor allem den Pendlern eine zeitlich und finanziell günstige Alternative bieten, damit sie vom Auto umsteigen auf den Umweltverbund.

Andreas Wolter, Bürgermeister und Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt Köln

Was tut die Stadt Köln, um eine zukunftsfähige, umwelt- und menschengerechte Mobilität in der Domstadt zu gestalten?

Bei unserer Verkehrspolitik orientieren wir uns an dem Konzept „Köln Mobil 2025“. Wir stärken den Umweltverbund bei der Mobilität. Wir bauen die Infrastruktur für die Fahrradinfrastruktur massiv aus und müssen die Kapazitäten im Stadtbahnverkehr um rund 40 Prozent erhöhen, um unsere selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Unsere Stadt wächst und damit demnächst nicht auch noch die Wirtschaftsverkehre im Stau stehen, muss der Regionalverkehr eine Kapazitätssteigerung nachvollziehen. Wir müssen vor allem den Pendlern eine zeitlich und finanziell günstige Alternative bieten, damit sie vom Auto umsteigen auf den Umweltverbund. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg und die Kölner Verkehrs-Betriebe haben bei den Zeitkarten bereits das Leihrad und Carsharing mit im Angebot. Damit ist die Grundlage geschaffen. Nun muss auch die Infrastruktur ausgebaut werden.

Hinweis: Die hier im Blog veröffentlichten Interviews geben nur die Meinung des Befragten wieder. Vom Interviewten vorgeschlagene Projekte können nur vorbehaltlich einer entsprechenden Finanzierung realisiert werden.

Viel Zuspruch für die Ausbaupläne

24.05.2019

Mit einer frühzeitigen Einbindung der Öffentlichkeit wollen die Projektpartner eine gelungene Umsetzung des S-Bahn-Ausbaus im Knoten Köln sicherstellen. Das umfasst nicht nur die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch den engen Austausch mit Stakeholdern. Zwei Akteurswerkstätten in Köln und Bergisch Gladbach stellten den Dialog mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in den Mittelpunkt.

Der Ausbau der S-Bahn betrifft neben den Anwohnern und Fahrgästen auch viele Institutionen im Großraum Köln – von der Koelnmesse über Naturschutzverbände bis hin zum Fahrgastverband Pro Bahn und den Kölner Verkehrs-Betrieben. Die Projektpartner haben daher parallel zum Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern auch mit den Stakeholdern Gespräche aufgenommen. Regelmäßige Gesprächsrunden bringen relevante Entscheider an einen Tisch. Eine Akteurskonferenz im Oktober 2017 diente darüber hinaus der grundsätzlichen Diskussion über die Ausbaupläne. Viele Stakeholder aus dem Raum Köln und Bergisch Gladbach nutzten die Chance, sich bei den ergänzenden Akteurswerkstätten im März dieses Jahres einen Einblick vom aktuellen Stand der Planung zu verschaffen, Rückmeldungen zu geben und Unterstützung zu signalisieren.

„Wir freuen uns, dass so viele Akteure aus der Region den Ausbau der S-Bahn Köln befürworten und sich aktiv einbringen.”

Manfred Gutfrucht, Leiter Portfolio Knoten Köln bei der DB Netz AG

Stakeholder zeigen Präsenz bei Infomessen

„Wir freuen uns, dass so viele Akteure aus der Region den Ausbau der S-Bahn Köln befürworten und sich aktiv einbringen“, betont Manfred Gutfrucht, Leiter Portfolio Knoten Köln bei der DB Netz AG. „Das zeigt uns, dass wir mit unseren Plänen, die S-Bahn leistungsfähiger und zuverlässiger zu machen, auf einem guten Weg sind.“ Viele Institutionen aus dem Großraum Köln waren auch bei der Infomesse Köln am 9. April 2018 vor Ort, um über ihre Projekte zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen.

„Mehr Qualität auf der Schiene bieten“

24.05.2019

Als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr im Rheinland treibt der Nahverkehr Rheinland den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln mit Hochdruck voran. Im Interview erläutert Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober die Bedeutung des Projekts und den Stellenwert der laufenden frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Herr Dr. Reinkober, die S-Bahn Köln wird in den kommenden Jahren umfassend ausgebaut. Warum ist dieser Schritt so wichtig?

Die S-Bahn Köln hat die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Die Fahrgastzahlen steigen seit Jahren – eine Entwicklung, die zwar erfreulich, auf dem vorhandenen Netz aber nicht mehr zu bewältigen ist. So zeigt eine aktuelle Auswertung für 2017, dass es Pünktlichkeitseinbußen auf allen S-Bahn-Linien gibt, besonders auf der Linie S 11. Wir müssen darauf reagieren und den zwingend notwendigen Ausbau der Infrastruktur intensiv vorantreiben. Nur so können wir für ein leistungsfähiges Mobilitätsangebot auf der Schiene sorgen, das gute Verbindungen für den wachsenden Großraum Köln schafft.

Den Anfang machen der zweigleisige Ausbau der S 11 und der Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs sowie des Bahnhofs Köln Messe/Deutz. Welche Bedeutung haben diese Maßnahmen?

Der Ausbau der S 11 für einen 10-Minuten-Takt zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach ist ein ganz wichtiger erster Schritt. Eine Auswertung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat gerade erst wieder gezeigt, dass 67 Prozent der Beschäftigten in Bergisch Gladbach pendeln, der Großteil davon nach Köln. Auch umgekehrt fahren viele Menschen aus Köln zum Arbeiten nach Bergisch Gladbach. Vor diesem Hintergrund ist ein dichterer Takt auf der Linie S 11 von großer Bedeutung, um ein leistungsfähiges Angebot für die Fahrgäste bereitzustellen. Mit den Ausbaumaßnahmen am Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln Messe/Deutz sorgen wir zudem dafür, dass der Betrieb auf der Hohenzollernbrücke künftig zuverlässiger und flüssiger läuft und die Barrierefreiheit verbessert wird.

„Ich kann die Menschen im Rheinland nur ermuntern, sich weiter mit ihren Vorstellungen in den Prozess einzubringen und „S“ gemeinsam mit uns zu gestalten.”

Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des NVR

Die Projektpartner setzen auf eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Seit 26. März läuft der Online-Dialog, in Köln hat die erste Infomesse stattgefunden. Was erhoffen Sie sich von der frühen Bürgerbeteiligung, wie bewerten Sie die bisherige Resonanz?

Wir müssen Gas geben und den Fahrgästen schnell mehr Qualität auf der Schiene bieten. Dazu ist es wichtig, die Menschen von Anfang an mitzunehmen und in die Planung einzubeziehen. So lässt sich erreichen, dass wir das Projekt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gestalten, eine hohe Akzeptanz erzielen und zu einer effizienten Umsetzung kommen. Mit der bisherigen Resonanz sind wir sehr zufrieden: Im Online-Dialog wurden bislang über 250 Kommentare hinterlassen und bei der Infomesse sind wir mit 200 Interessierten und Anwohnern direkt in Kontakt getreten. Ich kann die Menschen im Rheinland nur ermuntern, sich weiter mit ihren Vorstellungen in den Prozess einzubringen und «S» gemeinsam mit uns zu gestalten.

VIDEO: Mehr Gleise für höhere Taktung

24.05.2019

Die S 11 soll in Zukunft Köln-Worringen und Bergisch Gladbach in einem durchgängigen 10-Minuten-Takt verbinden. Um dies realisieren zu können, müssen die Gleiskapazitäten an den beiden zentralen Bahnhöfen Köln Hauptbahnhof und Köln Messe/Deutz erweitert werden. Durch diese Maßnahme wird in Zukunft auch der Betriebsablauf noch zuverlässiger. Schauen Sie sich das Video an und erfahren Sie mehr Details.

S lohnt sich: Viele gute Gründe für den S-Bahn-Ausbau

24.05.2019

Es gibt viele gute Gründe, die für den möglichst raschen Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln sprechen. Wir stellen die wichtigsten Argumente vor.

Engere Taktung

Pendler auf der S 11 können sich auf kürzere Wartezeiten und gute Umsteigeverbindungen freuen. Nach dem Ausbau wird die Linie zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach im 10-Minuten-Takt verkehren. Aktuell ist nur ein 20-Minuten-Takt möglich.

Zukunftsfähige Infrastruktur

Die Investitionen in eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur sind notwendig, um Engpässe auf der Schiene zu beseitigen. Ein leistungsfähigeres S-Bahn-Angebot kann mehr Menschen zum Umstieg vom Auto bewegen und damit auch die Luftqualität entlang der zentralen Verkehrsachsen verbessern – zum Beispiel auf der Bergisch Gladbacher Straße zwischen Bergisch Gladbach und Köln.

Leistungsfähige Mobilität

Der Großraum Köln wächst. Aktuell leben in der Domstadt fast 1,1 Millionen Menschen und bis 2040 sollen es noch einmal 140.000 Menschen mehr werden. Das anhaltende Wachstum strahlt auch auf die angrenzenden Kommunen aus – immer mehr Verkehr entsteht zwischen der Metropole und dem Umland. Eine leistungsfähige Mobilität ist ein wichtiger Standortfaktor und zwingend erforderlich, um weiteres Wachstum überhaupt erst möglich zu machen.

Umweltfreundlicher Verkehr

Schon heute sind die starken Verkehrsbelastungen in der Region spürbar. Staus auf den Straßen, volle Züge, eine hohe Luftbelastung und zunehmender Verkehrslärm beeinträchtigen die Lebensqualität der Menschen. Ein Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrs auf der Schiene ist ein nachhaltiger Schritt zur Verbesserung der Situation und zum Erhalt der notwendigen Mobilität.

Regionale Vernetzung

Köln und sein Umland zeichnen sich durch eine enge Verflechtung der Verkehrsbeziehungen über die Kommunengrenzen hinaus aus. Der Ausbau der S 11 sorgt für bessere Verbindungen zwischen Köln und dem Rheinisch-Bergischen Kreis und schafft damit gute Voraussetzungen für eine noch stärkere regionale Vernetzung.

Impulse für die Stadtentwicklung

Eine gute verkehrliche Anbindung ist auch für die Entwicklung neuer Wohnquartiere von zentraler Bedeutung. Im Zuge des S-Bahn-Ausbaus entsteht ein neuer Haltepunkt in Köln-Kalk West. Damit werden das dort entstehende Wohn- und Gewerbegebiet rund um das Abenteuermuseum Odysseum an das S-Bahn-Netz angeschlossen und Impulse für eine weitere positive Entwicklung gesetzt.

Positive Resonanz auf Kölner Infomesse

24.05.2019

Mit den Projektpartnern ins Gespräch kommen, sich die Pläne genauer erklären lassen und eigene Fragen stellen – für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren das Beweggründe, die Infomesse in der Stadthalle Mülheim zu besuchen. Bei der Veranstaltung am 9. April bekamen die insgesamt rund 300 Besucher an zahlreichen Schautafeln einen guten Einblick in den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln. Die Projektpartner beantworteten an den Stationen Fragen.

„Es ist gut, wenn das Angebot verbessert wird, das macht viel aus“, lautete nur eine von vielen positiven Bürgerrückmeldungen bei der Infomesse. Der geplante Ausbau der S 11 und der Stammstrecke für einen 10-Minuten-Takt zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern gut an. Wie schon beim Online-Dialog nutzten die Besucher die Gelegenheit, eigene Vorschläge in die Planung einzubringen. Wie eine Bürgerin aus Köln-Holweide, die regelmäßig zum Einkaufen und für Verabredungen nach Bergisch Gladbach fährt:

„Seit ich mein Auto abgeschafft habe, fahre ich immer mit der S-Bahn und freue mich natürlich, wenn der 10-Minuten-Takt kommt. Wünschen würde ich mir aber, dass an den Stationen der S-Bahn noch mehr Sitzgelegenheiten eingerichtet werden.“

Eine von vielen Bürgerrückmeldungen

Ihre Anregung pinnte die Kölnerin an eine Stellwand, wo schon andere Wünsche hingen, die sie gleich mit grünen und roten Klebepunkten bewertete. „Ich finde es toll, dass es hier und in Bergisch Gladbach die Möglichkeit zum Mitreden gibt“, freute sich ein Student über das Dialogangebot vor Ort. „Es ist wichtig, dass wir alle uns viel stärker in Projekte vor der eigenen Haustür einbringen.“ Als Student in Köln mit Bergisch Gladbacher Wurzeln nutzt er häufig die S 11 für Fahrten in die alte Heimat und ist überzeugt, dass ein engerer Takt und mehr Zuverlässigkeit mehr Menschen dazu bewegen werde, das Auto einmal stehen zu lassen. Neben den Fahrgästen der S-Bahn informierten sich auch Anwohnerinnen und Anwohner über Fragen rund um die Linienführung und den geplanten Lärmschutz.

Allen Stimmen Gehör verschaffen

„Die Menschen beschäftigen sich sehr ernsthaft mit dem Thema. Die Dialogangebote werden gut angenommen und wir erhalten viele konstruktive Vorschläge“, freute sich Stephan Santelmann, Verbandsvorsteher des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland, über die rege Teilnahme. Auch Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Nordrhein-Westfalen, bewertet die umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung positiv. „Wir setzen anonymer Kritik im Netz ein personenbezogenes Dialogangebot entgegen. Das verschafft nicht nur den Menschen Gehör, die Einwände gegen das Projekt haben, sondern lässt auch die vielen Befürworter zu Wort kommen.“ Mehr Akzeptanz durch frühzeitige Bürgerbeteiligung will NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst schaffen, der den S-Bahn-Ausbau deshalb zum Modellprojekt im NRW-weiten Bündnis für Mobilität gemacht hat. Bei der Infomesse Köln suchte der Minister das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Projektpartnern.

„Die Menschen beschäftigen sich sehr ernsthaft mit dem Thema. Die Dialogangebote werden gut angenommen und wir erhalten viele konstruktive Vorschläge.”

Stephan Santelmann, Verbandsvorsteher des NVR

Danke für Ihr Engagement

24.05.2019

Der Nahverkehr Rheinland (NVR), die Deutsche Bahn (DB) und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen sagen Danke für die rege Teilnahme an der Bürgerbeteiligung.

Über 2.000 Meinungsäußerungen gab es zum Ausbau der S 11 und der Erftbahn (RB 38) in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen von Infomessen und im Online-Dialog. Viele wertvolle Anregungen haben die weitere Planung bereichert. Der Nahverkehr Rheinland (NVR), die Deutsche Bahn und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bedanken sich herzlich für dieses beeindruckende Engagement der Bürgerschaft entlang der Strecken. Die Weihnachtszeit haben die Projektpartner genutzt, um ihre Anerkennung symbolisch auszudrücken: in Form von kleinen Schokoherzen, die in den S-Bahnen verteilt wurden.

Welche Anregungen der Bürgerinnen und Bürger in die weitere Planung zum Ausbau der S 11 und der RB 38 einfließen, lesen Sie hier zur S 11 und hier zur RB 38.

Mehr Leistungsfähigkeit für den Knoten Köln

24.05.2019

Der Knoten Köln ist ein zentraler bundesweiter Knotenpunkt im nationalen und internationalen Bahnnetz. Er zählt aber auch zu den größten Engpässen – sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Daher sind zusätzlich zum S-Bahn-Ausbau verschiedene weitere Maßnahmen geplant, die den Knoten Köln fit für die Zukunft machen sollen.

 

Grundwasser auf dem Prüfstand

24.05.2019

Lange bevor die Bauarbeiten auf der Linie S 11 beginnen, beobachtet die DB das Grundwasser im Thielenbruch. Besonders für den Schutz des sensiblen Moorgebiets ist das Grundwassermonitoring essenziell.

Die Deutsche Bahn hat in der letzten Woche das Grundwassermonitoring im Naturschutzgebiet Thielenbruch gestartet. In den kommenden Monaten und Jahren werden kontinuierlich Messungen zum Grund- und Oberflächenwasser im gesamten Gebiet vorgenommen. Ermittelt werden soll der Ist-Zustand der Gewässer und des Grundwassers vor Ort. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage, um die Gewässerentwicklung und -qualität zu überwachen, wenn die Gleise für die S 11 in einigen Jahren ausgebaut werden.

Geplant ist, dass die Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach zweigleisig wird. Rund 560 Meter führen dabei durch das Naturschutzgebiet Thielenbruch. Notwendig ist der Ausbau, um den Takt auf der stark frequentierten S 11 von 20 auf 10 Minuten zu verdichten und die Betriebsqualität der verspätungsanfälligen Linie zu verbessern.

Grundsätzlich gilt, dass in sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebieten wie dem Thielenbruch keine Eingriffe vorgenommen werden dürfen, die den Erhaltungszustand verschlechtern. Das gesamte Ökosystem reagiert sensibel auf Veränderungen des Wasserhaushalts und bietet Lebensraum für etliche gefährdete Pflanzen- und Tierarten wie etwa der Bauchigen Windelschnecke und die Helmazurjungfer, eine streng geschützte Libellenart (siehe Foto oben). Um dem Naturschutz bestmöglich Rechnung zu tragen, wurden die einzelnen Maßnahmen im Vorhinein gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde Köln, dem NABU, dem BUND sowie dem Bündnis Heidetrasse entwickelt.

Mit Bau eines Bahndamms kann notwendiger Abstand zum Grundwasser gehalten werden

Mithilfe des Monitorings soll nun eine ganze Reihe von Fragen beantwortet werden. Zum einen brauchen die Planer gesicherte Informationen über den Grundwasserspiegel, um die Höhe der Gleise festlegen zu können. Anderthalb Meter Abstand zum Grundwasser brauchen Gleise im Normalfall, wenn sie neu verlegt werden. Ob dieser Abstand beim Neubau im Kalkflachmoor ebenerdig abzubilden ist, erscheint fraglich. Beim Bau nach Standardverfahren würde die Trasse nach unten trockengelegt. Keine gute Idee im geschützten Flachmoor. Deshalb schlugen die Planer vor, einen Damm zu errichten, um die notwendige Höhe für die neuen Gleise zu erreichen, ohne das Grundwasser abzusenken.

Aber auch ein Damm wirft ökologische Fragen auf. Das zeigten die Gespräche zwischen der DB und den Naturschutzorganisationen. So können Tiere die Gleise schlechter queren, wenn sie Höhenunterschiede überwinden müssen. Diskutiert wurden daher bereits erprobte bauliche Lösungen für verschiedene Tierarten, die nach aktuellem Planungsstand im Thielenbruch genutzt werden können. Entlang der Strecke lassen sich Durchlässe für verschiedene Tierarten einplanen. Sie ermöglichen Tieren, die Gleise zu queren und minimieren die trennende Wirkung eines zusätzlichen Gleises.

Auch der Flächenbedarf steigt leicht, wenn die Trasse durch einen Damm höher liegt. „So hoch und breit wie nötig, so niedrig und schmal wie eben möglich“, umschreibt DB-Projektingenieur Timo Buckstege den Optimierungsauftrag für diesen Streckenabschnitt. „Wenn wir den Grundwasserstand auch über den Jahresverlauf kennen, lässt sich der Parameter Flächeneingriff besser quantifizieren und gegebenenfalls optimieren“, so Buckstege weiter. Mögliche Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenbedarf beim Ausbau der S-Bahn will die DB im weiteren Planungsverlauf gemeinsam mit Vertretern des Naturschutzes prüfen. Dafür braucht das Planerteam vor allem: Zahlen, Daten, Fakten.

Flächenbedarf: ein DIN-A4-Blatt

Die Informationslage zum Wasserhaushalt im FFH-Gebiet Thielenbruch ist insgesamt noch lückenhaft. Zwar gab es schon in der Vergangenheit verschiedene Untersuchungen der hydrogeologischen Bedingungen, allerdings nie über einen längeren Zeitraum. Ein Frühwarnsystem für Schwankungen beim Grundwasser existiert nicht.

Die DB hat deshalb das Monitoring in Abstimmung mit den Vertretern des Naturschutzes gleichzeitig als Frühwarnsystem konzipiert. Die Messstellen des Grundwassermonitorings werden so im gesamten 62 Hektar großen Areal des Thielenbruchs verteilt, dass die Komplexität des gesamten Ökosystems erfasst wird. Dafür werden zehn Messpunkte im Naturschutzgebiet selbst installiert. Die hierfür benötigte Fläche ist insgesamt etwa so groß wie ein DIN-A-4-Blatt. Hinzu kommen drei bestehende Messtellen außerhalb des Gebiets, die voraussichtlich reaktiviert werden können, sowie ein Messpunkt für Oberflächenwasser. Für die Messstellen wird jeweils ein kleines Loch mit einem Durchmesser von maximal acht Zentimetern bis zur grundwasserführenden Schicht gebohrt. Die Installation wird so durchgeführt, dass es zu keiner dauerhaften Durchtrennung der Bodenschichten kommt. In jede Messstelle wird ein Datenlogger eingebaut, über den regelmäßig die Höhe des Wasserspiegels erfasst wird. Die Daten aus der Messstelle werden in der Planungsphase automatisch per Funkmodul an den Laptop des DB-Mitarbeiters geschickt, der die Daten unmittelbar vor Ort auswerten kann.

Zum ersten Mal werden kontinuierliche Daten des Grundwassers erhoben

Die Beobachtung der Wasserstände startet weit vor dem Baubeginn. Damit werden zum ersten Mal kontinuierlich Daten zu den Gewässern vor Ort ermittelt. Käme es nach Beginn der Bauarbeiten zu auffälligen Veränderungen, wäre eine schnelle gezielte Ursachenanalyse möglich. Umgekehrt gibt es Vermutungen, dass sich die Eisenbahnstrecke sogar positiv auf den Wasserstand auswirken könnte. Das Grundwasser fließt hier von Nordost nach Südwest und der verdichtete Bahnkörper könnte dazu beitragen, das Wasser im nördlich gelegenen Kalkflachmoor zu halten.

So verteilen sich die Messstellen über das Naturschutzgebiet

So wird eine Messstelle für das Grundwassermonitoring installiert

Mit der S 11 im 10-Minuten-Takt unterwegs

24.05.2019

Der Ausbau der S 11 bildet einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Mobilität in der Wachstumsregion Rheinland. Ziel ist es, zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach einen 10-Minuten-Takt einzurichten und damit der starken Fahrgastnachfrage entlang der S 11 gerecht zu werden.

Für die Umstellung vom 20- auf einen 10-Minuten-Takt auf der Linie S 11 sollen am Bahnhof Bergisch Gladbach zusätzliche Gleise verlegt werden und neue Bahnsteige entstehen. Die Umbaumaßnahmen werden die Leistungsfähigkeit erhöhen und den Bahnhof städtebaulich aufwerten. Zur genauen Ausgestaltung des Ausbaus sind in der Vorplanung verschiedene Varianten erarbeitet worden, die im Rahmen einer umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt und diskutiert werden. In diesem Rahmen erhalten die Bürgerinnen und Bürger auch einen Einblick in die weiteren Planungen entlang der Strecke sowie in die Umbauten am Kölner Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln Messe/Deutz. Beide Bahnhöfe sollen jeweils einen zweiten Mittelbahnsteig für S-Bahnen erhalten. Hinzu kommen Investitionen für mehr Barrierefreiheit an den Stationen. Mit der Taktverdichtung ist darüber hinaus ein neuer Haltepunkt in Köln-Kalk West geplant. Damit wird das in Kalk entstehende Stadtquartier rund um das Abenteuermuseum „Odysseum“ an das S-Bahnnetz angebunden.

Die S 13 macht den Anfang

24.05.2019

Die Verlängerung der S 13 nach Bonn-Oberkassel ist seit Dezember 2014 beschlossene Sache. Rund 500 Millionen Euro nehmen der Bund und das Land NRW in die Hand, um die Region Köln/Bonn noch besser miteinander zu verzahnen. Wie weit das Projekt bereits vorangeschritten ist und was auf der S 13 noch geplant ist, lesen Sie hier.

Die S 13 ist das am weitesten fortgeschrittene S-Bahn-Projekt im Rahmen des Zielnetzes der S-Bahn Köln. Schon Ende 2016 begannen die vorbereitenden Bauarbeiten für die beiden zusätzlichen Gleise. Nach dem Ausbau verfügt die etwa 13 Kilometer lange Strecke zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel auf gut acht Kilometern über vier Gleise. Geplant ist eine Bauzeit von etwa zwölf Jahren. Der Nordabschnitt bis Bonn-Beuel soll bis 2026 den Betrieb aufnehmen, der Südabschnitt bis Oberkassel soll bis 2028 folgen. Die relativ lange Bauzeit liegt unter anderem darin begründet, dass grundsätzlich „unter rollendem Rad“, also während des laufenden Betriebs, gebaut wird. Dazu wurde ein detailliertes Sperrpausenkonzept über mehrere Jahre ausgearbeitet. Denn der Takt beim Bauen ist durch sogenannte Sperrpausen vorgegeben, in denen der Zugverkehr auf der Strecke ruht und mit Hochdruck gebaut wird. Die DB bündelt viele Baumaßnahmen so, dass möglichst wenige Beeinträchtigungen für Anwohner, Pendler und Auto- und Radfahrer entstehen.

Ausbau der S 13 verbessert Anbindungen zwischen Köln und Bonn deutlich

Doch der Bauaufwand lohnt sich. Denn mit der Verlängerung werden nicht nur das rechtsrheinische Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis deutlich besser an den Flughafen Köln/Bonn angebunden. Auch die Verbindung zwischen Köln und Bonn wird insgesamt deutlich verbessert. Derzeit verkehrt die S 13 zwischen Düren, Horrem, Köln, dem Flughafen Köln/Bonn und Troisdorf im 20-Minuten-Takt. Weiter nach Bonn-Oberkassel gelangt man mit der RB 27 oder dem RE 8, die jeweils einmal in der Stunde fahren. Künftig wird die S 13 dreimal in der Stunde zwischen Düren, Köln, dem Flughafen Köln/Bonn bis nach Bonn-Oberkassel unterwegs sein. Der RE 8 bleibt als überregionale Verbindung zwischen Koblenz, Linz, Bonn-Beuel und Köln bestehen. In Summe ergibt das erheblich mehr direkte Fahrten zum Flughafen und zum Kölner Stadtzentrum als noch heute.

Trennung der Verkehre führt zu höherer Betriebsqualität

Mit der Verlängerung der S 13 ergeben sich nicht nur mehr Verbindungen, auch die Betriebsqualität wird künftig deutlich verbessert. 8,3 der insgesamt 13 Kilometer zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel werden um zwei zusätzliche Gleise erweitert, sodass auf einem Großteil der Strecke vier Gleise für den Schienenverkehr zur Verfügung stehen. Damit können die S-Bahn auf der einen, und der Regional- und Güterverkehr auf der anderen Seite weitestgehend voneinander getrennt werden. Dadurch werden die bestehenden Kapazitätsengpässe, die häufig zu Verspätungen auf der Schiene führen, aufgelöst und so die Betriebsqualität deutlich verbessert. Auch war bisher wegen des dichten Güterverkehrs auf der Strecke zwischen Troisdorf und Bonn keine Verbesserung des Nahverkehrsangebots möglich.

Alles neu: Schallschutzwände, Haltestellen, Straßen- und Eisenbahnbrücken

Um die Nerven der Anwohner an der stark frequentierten Bahnstrecke so weit wie möglich zu schonen, sind eine Reihe von Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke geplant. Insgesamt 15,5 Kilometer Schallschutzwände werden an der Strecke verbaut. Hinzu kommt das Angebot für rund 12.000 Wohneinheiten zu passiven Schallschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Schallschutzfenster oder schalldämmende Lüfter.

Insgesamt sechs Stationen befinden sich im Abschnitt zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel. Für die Verlängerung der S 13 werden die vier schon vorhandenen Bahnhöfe in Friedrich Wilhelmshütte, Menden, Bonn-Beuel und Bonn-Oberkassel modernisiert und barrierefrei ausgebaut. In Bonn-Ramersdorf und Bonn-Villich entstehen zwei gänzlich neue Haltepunkte. Mit dem Bau der Station Bonn-Vilich wird künftig die Umsteigesituation für Reisende vom Flughafen zum Bonner Hauptbahnhof deutlich verbessert, denn dort besteht künftig eine Umsteigemöglichkeit zur Stadtbahn-Linie 66. Im Bereich des Haltepunkts in Vilich wird dafür die S-Bahn-Strecke auf einer Länge von rund 1.000 Metern um bis zu eineinhalb Meter abgesenkt. Die Stadtbahnhaltestellte befindet sich künftig direkt über der S-Bahn. Das neue Kreuzungsbauwerk verbindet die Bahnsteige auf den zwei Ebenen über Treppen und Aufzüge miteinander.

Für die Ertüchtigung der Infrastruktur bis Bonn-Oberkassel müssen 16 Straßen- und Eisenbahnbrücken neu gebaut werden, 16 weitere werden verbreitert. Über die Sieg wird eine neue 200 Meter lange Brücke errichtet.

Naturschutz von Anfang an mitgedacht

Auch die Auswirkungen auf die Natur sollen so gering wie möglich ausfallen. Daher hat die DB für das Bauvorhaben einen sogenannten landschaftspflegerischen Begleitplan erstellt, mithilfe dessen die Auswirkungen auf die Natur bewertet und mögliche Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen festlegt wurden. So hat die DB beispielsweise zwischen Menden in Sankt Augustin und Bonn-Vilich einen sogenannten Zauneidechsenkorridor für die Wanderbewegungen der Tiere angelegt. In 2020 folgen weitere Flächen, die Lebensraum für die Zauneidechsen bieten, wenn die Bauarbeiten an der Strecke voranschreiten. Auf dem ehemaligen Degussa-Gelände wurden kleine, krötengerechte Tümpel zum Laichen sowie Totholzhaufen geschaffen. Der Vilicher Bach ist auf einer Länge von 2,4 Kilometern ökologisch aufgewertet worden. Dafür legte die DB zwischen der A59 bis vor die Burg Lede ein neues Bachbett mit einem natürlicheren Verlauf an und entfernte die alten Rasengittersteine und Folien. Die Maßnahmen wurden gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) erarbeitet. Insgesamt summieren sich die Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz auf rund 14 Hektar Land.

Was 2020 auf der S 13 geplant ist

2020 wird weiter im Nordabschnitt zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel gebaut. Dazu gehören vorbereitende Maßnahmen für den Schallschutz, Leitungsverlegungen und Brückenarbeiten. An den Haltepunkten Friedrich Wilhelmshütte und Menden gehen die Modernisierungsarbeiten weiter. In Vilich wird in diesem Jahr besonderes Augenmerk auf den Bau des neuen Verknüpfungspunktes sowie auf drei Brückenbauwerke gelegt. Die angrenzende B56, die in den vergangenen Monaten auf eine Behelfsbrücke verlegt war, läuft dann über die neu errichtete Straßenüberführung. Die Behelfsbrücke kann im Anschluss weiter für die Stadtbahnlinie 66 dienen. Diese wird – wie zuvor die Bundesstraße – auf die Behelfsbrücke verlegt, um die Arbeiten am neuen gemeinsamen Haltepunkt zu ermöglichen.

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„Beim Infrastrukturausbau vermissen wir Unterstützung“

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