<p>Kolumnist Peter Kradepohl zeichnet die Geschichte des Bahnhofs nach.</p>

Vier Ebenen, zwei Tunnel – Deutz ist seit jeher eine große Herausforderung

07.12.2018

Der Bahnhof Köln Messe/Deutz ist geprägt von Veränderungen – im Laufe der Jahre wurde er gebaut und zerstört, wiederaufgebaut und optimiert. Aktuell hat der barrierefreie Ausbau eine äußerst hohe Priorität bei den vielen Reisenden und Touristen. Kolumnist Peter Kradepohl zeichnet die Geschichte des Bahnhofs nach und beleuchtet die anstehenden Vorhaben.

1845 wurde ein Kopfbahnhof errichtet, aber die Gleisplanung sah bereits zwei durchgehende Gleise Richtung Rhein vor. 1859 wurde die erste feste Brücke über den Rhein, im Volksmund wegen ihres Aussehens „Muusfall“ genannt, eröffnet. Nunmehr gab es endlich eine Verbindung rechts- und linksrheinischer Eisenbahnlinien. 1913 wurde der heutige Bahnhof Köln Messe/Deutz in seiner Grundstruktur eröffnet und ersetzte die Personenbahnhöfe der vormals konkurrierenden Bahngesellschaften. 1944 wurde die Bahnsteighalle zerstört und nach dem Krieg durch Bahnsteigüberdachungen aus Beton ersetzt. 1946 begann die Restauration an der Empfangshalle mit ihrem charakteristischen schiefergedeckten Kuppelbauwerk. 1985 bis 1990 wurden neben den sechs Gleisen an drei Bahnsteigen zwei weitere Gleise an einem neuen Bahnsteig errichtet, dieser wurde mit einem Aufzug und einer Fahrtreppe versehen. 2002 wurden mit Betriebsaufnahme der Neubaustrecke Köln/Frankfurt auch die Tiefbahnsteige Gleis 11 und 12 modernisiert und für den ICE-Verkehr freigegeben.

Die Zukunft ist barrierefrei

Im Rahmen eines internationalen Architektenwettbewerbes Anfang der 2000er Jahre mit der Aufgabenstellung, ein Gesamtkonzept für den Bahnhof und die Verknüpfung zum angrenzenden Messeareal zu erstellen, wurden Lösungen vorgestellt, die sich bisher als nicht finanzierbar und technisch umsetzbar herausgestellt haben. In den weiteren Bemühungen aller Beteiligten (Stadt, Bahn, Aufgabenträger, Land NRW) wurde ab 2010 konkret das Ziel verfolgt, eine barrierefreie Verknüpfung und Zugänglichkeit der Bahnsteig-Ebenen mit Anbindung an den Stadtbahntunnel näher zu untersuchen.

Aufgaben für die kommenden Jahre

Wie können die vier Ebenen – die der Tiefbahnsteige mit ihrer bogenförmigen, radialen Lage und die der Hochbahnsteige, die Ebene der Empfangshalle bzw. des Personentunnels sowie die des Stadtbahntunnels – barrierefrei miteinander verknüpft werden? Und wo genau ist eine technische Lösung machbar und entspricht sie der verkehrlichen Bedeutung? Schließlich befinden sich mit dem Personentunnel (Zugang zu den Bahnsteigen) und dem Stadtbahntunnel (Zugang zur Messe/Zugang zur Stadtbahn) an beiden Enden des Bahnhofs bedeutende Zugänge. Diese Fragen gilt es jetzt zu klären, denn das Ziel, Barrierefreiheit herzustellen, wird angesichts wachsender Besucherströme immer wichtiger.

Über den Kolumnisten

Als ehemaliger Kölner Bahnhofsmanager kennt Peter Kradepohl die Stationen und Schienenwege in der Region wie seine Westentasche. Künftig wird er die Entwicklung rund um den Ausbau der S-Bahn Köln in regelmäßigen Beiträgen beleuchten.

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