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Der Bahnknoten Köln bekommt ein neues Herz

12.02.2020

Der Kölner Hauptbahnhof, einer der meistfrequentierten Bahnhöfe in Deutschland, bekommt ein neues Herz für die Sicherungs- und Signaltechnik, ein sogenanntes Elektronisches Stellwerk (ESTW). Ein Meilenstein für den Verkehr am wichtigsten Knotenpunkt der Region.

Bereits heute liegt die Auslastung auf der Schiene im Großraum Köln bei teilweise über 100 Prozent. Allein über den Kölner Hauptbahnhof werden mehr als 1.300 Zugfahrten am Tag abgewickelt. Prognosen der Deutschen Bahn bis 2025 gehen davon aus, dass der Personen- und Güterverkehr in der Region weiter steigen wird. Um das erhöhte Verkehrsaufkommen zu bewältigen, sind umfangreiche Maßnahmen für die Infrastruktur erforderlich. Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der S-Bahn, durch den die notwendigen Kapazitäten auf der Schiene geschaffen werden.

Mit Blick auf die Prognosen waren es gute Nachrichten für den Schienenverkehr in Köln, die die DB bei ihrer Pressekonferenz Anfang Februar verkündete: Noch in diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten für das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) am Kölner Hauptbahnhof, dem neuen Herzstück des Bahnknotens. Ein Meilenstein für den Schienenverkehr in Köln und die Grundlage für die weitere Digitalisierung der Schiene in Köln.

Mit dem neuen Stellwerk wird der gesamte S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr im Kölner Stadtgebiet gesteuert. Seinen Betrieb nimmt es – mit Blick auf den Ausbau der S 11 und der Erftbahn – in zwei Stufen auf. Bis 2021 wird zuerst die Signal- und Steuerungstechnik für den S-Bahn-Verkehr in Betrieb gehen. 2024 folgt die Technik für den Regional- und Fernverkehr. Für das neue Stellwerk werden rund 150 Kilometer Kabel verlegt, 200 neue Signale, zehn neue Signalausleger bzw. Signalbrücken aufgestellt und fünf Weichen eingebaut. Insgesamt 160 Millionen Euro wird die DB investieren. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Baumaßnahmen während des laufenden Bahnbetriebes durchzuführen. Um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird überwiegend in nächtlichen Sperrpausen und an Wochenenden gearbeitet. Eine Sperrpause ist der Zeitraum einer Gleissperrung wegen geplanter oder durchgeführter Arbeiten. Stellbereiche Köln

ESTW bringt mehr Pünktlichkeit, mehr Kapazitäten, weniger Störungen

Durch das neue ESTW und den geplanten Infrastrukturausbau am Kölner Hauptbahnhof sowie dem Bahnhof Köln Messe/ Deutz können die Zeitabstände zwischen zwei Zügen wesentlich verringert werden. Das führt zu deutlichen Kapazitätssteigerungen auf der Strecke. Allein auf der Stammstrecke der S-Bahn zwischen Köln Messe/Deutz und Hansaring werden die Kapazitäten um 34 Prozent steigen. Mit der vorhandenen Technik und der aktuellen Gleisinfrastruktur können maximal 18 Züge pro Stunde und Richtung (3,3-Minuten-Takt) fahren. Künftig lässt sich der Takt auf 24 Züge in der Stunde (2,5-Minuten-Takt) steigern. Verringert wird mit dem neuen Stellwerk die Störanfälligkeit der Signaltechnik. Das wiederum erhöht die Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs. Auch besteht künftig eine höhere Flexibilität bei Gleissperrungen, beispielsweise bei Baustellen, und durch die neue Technik wird die Instandhaltung vereinfacht.

ESTW umfasst zwei voneinander getrennte Stellbereiche

Um das Schienensystem im Einzugsgebiet des neuen ESTW besonders „wetterfest“ zu machen, werden die Gleisanlagen für den S-Bahn-Verkehr und den Fernverkehr in zwei separate Stellbereiche aufgeteilt. Dadurch kann der Bahnbetrieb auch dann aufrechterhalten werden, wenn ein Stellbereich vollständig ausfällt. In einem Stellbereich hat ein Fahrdienstleiter alle Strecken und Bahnhöfe im Blick. Was ein Fluglotse am Himmel steuert, ordnet ein Fahrdienstleiter auf der Schiene. Dafür sitzt er in der sogenannten Steuerzentrale. Das ist gewissermaßen das Gehirn des Stellwerks, wo alle wichtigen Informationen zusammenlaufen und der Bahnbetrieb gesteuert wird. Durch die neue Technik ist eine einfache und schnelle Steuerung des ESTW am Arbeitsplatz möglich. Eingreifen müssen die Mitarbeiter besonders bei hohem Verkehrsaufkommen und im Störfall. In der Maybachstraße neben der Station Köln Hansaring richtet die DB ein komplett neues Zentralstellwerk mit Arbeitsplätzen für mehrere Fahrdienstleiter ein. Von dort aus soll perspektivisch nicht nur das ESTW am Kölner Hauptbahnhof, sondern auch das ESTW „Linker Rhein“ für die vielbefahrene Strecke Richtung Bonn und Koblenz gesteuert werden. Dieses soll bis 2025 den Betrieb aufnehmen.

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