<p>2020 ist der Ausbau der S 11 und der Erftbahn ein gutes Stück vorangekommen. Wo stehen die Projekte derzeit und wie geht es 2021 weiter?</p>

Bilanz 2020 und Ausblick 2021: So geht es beim Ausbau der S-Bahn voran

17.12.2020

Beim Ausbau der S 11 und der Erftbahn geht ein planungsintensives Jahr zu Ende. Die Projekte kamen 2020 einige wichtige Etappen voran. 2021 wird an einigen Stellen weiter gebaut. So an den elektronischen Stellwerken rund um den Kölner Hauptbahnhof und an der barrierefreien Ausstattung des Bahnhofs Köln Messe/Deutz. An anderen Stellen stehen vertiefende Detailplanungen auf dem Programm. Die Maßnahmen im Überblick.

Der wohl wichtigste Meilenstein 2020 war Mitte Mai die Vorzugsvariante zum Ausbau der Erftbahn. Nach dem Bürgerdialog im Sommer 2019 haben die Planungsexperten von Nahverkehr Rheinland (NVR) und Deutscher Bahn (DB) die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger geprüft. Bürgereingaben, die als machbar bewertet wurden, flossen in die Vorzugsvariante ein. Auf dieser Grundlage werden die Planungen auf der Erftbahn jetzt weiter verfeinert. Noch offen ist unter anderem die Variantenentscheidung in Bergheim. Hierfür waren unter anderem Verkehrszählungen notwendig, die durch die Corona-Pandemie erst später als geplant durchgeführt werden konnten. Um zuverlässige, belastbare Ergebnisse zu erhalten, sollen hier noch weitere Untersuchungen folgen.

Ebenfalls Mitte Mai startete die Entwurfsplanung für den Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Köln Messe/Deutz und dem Kölner Hauptbahnhof. Dafür hat die DB ein erstes Planungspaket mit einem Gesamtvolumen von vier Millionen Euro auf den Weg gebracht. Ende November folgte ein weiteres Paket für den Ausbau der S 11 zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach. Das Paket umfasst ebenfalls ein Finanzvolumen von knapp vier Millionen Euro und enthält den zweigleisigen Streckenausbau zwischen Köln und Bergisch Gladbach. Auch Bahnhöfe profitieren: Der Bahnhof Bergisch Gladbach und der Haltepunkt Duckterath erhalten im Zuge des zweigleisigen Ausbaus weitere Bahnsteige. Die Stationen Köln-Holweide und Köln-Dellbrück werden dann komplett barrierefrei umgebaut.

Mitte September 2020 hat die Wanderausstellung ihre Tour durch die Region begonnen. Mit einer Mischung aus Texten, Videos und Grafiken informiert die Ausstellung über das Ausbauprojekt. Auf die Reise geschickt wurde die Wanderausstellung von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und gastierte bisher am Kölner Hauptbahnhof, in den Köln Arcaden in Kalk und zuletzt in der RheinBerg Galerie in Bergisch Gladbach. Insgesamt rund 10.000 Besucher haben bereits an den drei Stationen die Chance genutzt, sich über den Ausbau der S-Bahn Köln zu informieren. 2021 wird die Tour entlang der S 11 und der Erftbahn fortgesetzt.

Verkehrsuntersuchung 2021 wichtiger Meilenstein auf der Erftbahn

Auch 2021 werden die Planungen auf der S 11 und der Erftbahn weiter vorangetrieben. Eine wichtige Etappe sind die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung für Bergheim, die in den kommenden Monaten vorliegen sollen. Damit die künftige S 12 öfter und schneller fahren kann, werden die Schließzeiten an den Bahnübergängen deutlich verlängert. Die Untersuchung ermittelt mithilfe von Verkehrssimulationen, welche Auswirkungen die neuen Schließzeiten auf die Verkehrssituation in Bergheim haben und welche baulichen Maßnahmen gegebenenfalls nötig sind, um größere Stauaufkommen zu vermeiden. Die Untersuchung ist ebenfalls eine wichtige Grundlage, um eine Entscheidung über die Lagevarianten des Haltepunktes Zieverich zu treffen.

Ergebnisse der lärmtechnischen Untersuchung auf der S 11

Im zweiten Halbjahr 2021 werden die ersten Ergebnisse der lärmtechnischen Untersuchung auf der S 11 erwartet. Dieses Gutachten prognostiziert die Lärmbelastung, die vom Betrieb der S-Bahn nach dem Umbau ausgeht. Werden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten, sind Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke erforderlich. Auf Basis der Ergebnisse des Gutachtens ermitteln die Planer, welche Schallschutzmaßnahmen in Frage kommen, zum Beispiel wie hoch Schallschutzwände sein müssen, um die Grenzwerte einzuhalten.

Auf der S 11 soll 2021 außerdem die Bauphasenplanung starten, dabei wird die beim NVR neu gegründete Stabsstelle „Baustellenmanagement/ -koordination und -kommunikation“ tatkräftig unterstützen. Die Herausforderungen für das Managen von Baustellen sind in den vergangenen Jahren immens gewachsen. Im Jahrzehnt der Baustellen, das gerade erst begonnen hat, müssen die Aktivitäten zu Bauarbeiten gebündelt, verstetigt und weiter professionalisiert werden.

Entwicklungen am Kölner Hauptbahnhof und in Köln Messe/Deutz

Weiter voran geht es in 2021 beim Kölner Hauptbahnhof. Im ersten Quartal wird der Austausch der Fahrtreppen abgeschlossen. Im Anschluss geht es mit den Aufzügen weiter. Nacheinander werden alle fünf bestehenden Aufzüge in der B-Passage durch neue Aufzüge ersetzt. Auch die Arbeiten an den elektronischen Stellwerken am Kölner Hauptbahnhof und an der angrenzenden linken Rheinstrecke sind – trotz Pandemie – im Zeitplan und laufen 2021 intensiv weiter. Die Stellwerke sind bereits mit Blick auf die nächste, digitale Technikgeneration hin konzipiert. An der Nordseite des Bahnhofs am Breslauer Platz beziehen die Planer des Projektes S 11 in den kommenden Phasen verstärkt auch gestalterische und städtebauliche Aspekte mit ein - wie üblich in enger Abstimmung zwischen Deutscher Bahn, der Stadt Köln und dem Nahverkehr Rheinland.

Am Bahnhof Köln Messe/Deutz werden im Frühjahr 2021 die Bauarbeiten für die neue Fahrtreppe zum Bahnsteig 1/2 abgeschlossen, die seit Ende August 2020 laufen. Bisher ist ein Zugang zum Bahnsteig 1/2 über eine Fahrtreppe ausschließlich über den sogenannten „KVB-Tunnel“ möglich. Mit der neuen Fahrtreppe ermöglicht die DB den Fahrgästen ebenfalls, von der Westseite kommend ohne Umweg den Bahnsteig komfortabel zu erreichen. Aktuell gibt es an dieser Stelle nur einen Treppenaufgang. Nach Fertigstellung der neuen Fahrtreppe zum Bahnsteig 1/2 beginnen die Arbeiten für eine zweite Fahrtreppe zum Bahnsteig 4/5. Und auch in Sachen Barrierefreiheit tut sich etwas am Bahnhof. In 2021 startet die DB mit dem Bau des ersten Aufzugs an Gleis 7/8. Nach und nach werden dann auch die übrigen Bahnsteige barrierefrei erschlossen.

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